450-Euro-Job

Erfahren Sie Wissenswertes zum 450-Euro-Job

450-Euro-Job! Was bedeutet das? Mit einem sogenannten Minijob konnten sich Arbeitnehmer bisher bis zu 400 Euro abgabenfrei dazu verdienen. Der 400-Euro-Job ist frei von sozialversicherungsrechtlichen Abgaben und unterliegt auch aus lohnsteuerrechtlicher Sicht einigen Besonderheiten.

Diese Verdienstgrenze wurde zum 01.01.2013 – zum ersten Mal nach zehn Jahren – angehoben, um den sich verändernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gerecht werden zu können. Am 01.01.2013 wurde demgemäß aus dem 400-Euro-Job der 450-Euro-Job.

Mit einem 450-Euro-Job ist auch eine Privatinsolvenz machbar.

Inflationsbedingte Anhebung der Verdienstgrenze

Nach langen Verhandlungen war es bereits seit Oktober 2012 durch den entsprechenden Beschluss des Bundestags amtlich:

Die Geringfügigkeitsgrenze stieg ab Beginn des Jahres 2013 auf 450 Euro und erlaubte es Minijobbern somit zukünftig, 50 Euro mehr im Monat zu verdienen, ohne der Sozialversicherungspflicht zu unterfallen.

Minijobs haben seit ihrer Einführung im Zuge der Hartz-Reformen einen regelrechten Boom erfahren. Über sieben Millionen Beschäftigte nutzen diese Art der Einkommensaufbesserung. Ob diese Entwicklung dem ursprünglich verfolgten Ziel, nämlich die Einstiegshürde in den ersten Arbeitsmarkt für Erwerbslose so niedrig wie möglich zu halten, dienlich ist, erscheint fraglich. Die Erhöhung der Verdienstgrenze jedenfalls ist nach Aussage der Regierungsparteien als notwendiger Inflationsausgleich zu verstehen.

Rentenversicherungspflicht bei Minijobs

Im Gegenzug hat man die Minijobs mit Wirkung für die Zukunft automatisch der Rentenversicherungspflicht unterworfen. Somit solle das Bewusstsein für die Notwendigkeit des rentenversicherungstechnischen Schutzes von Arbeitnehmern geschärft werden, hieß es aus Kreisen der Unionsfraktion.

Mit der Einzahlung in die Rentenversicherung hat der Arbeitnehmer die Möglichkeit, durch niedrige Beiträge ordentliche Leistungsansprüche zu erwerben. Vom derzeitigen Beitragssatz von 18,9 Prozent überweist

  • der Arbeitgeber 15 Prozent und
  • der Arbeitnehmer 3,9 Prozent

an die Rentenversicherung. Der Abzug erfolgt direkt vom Gehalt und wird vom Arbeitgeber abgeführt.

Arbeitnehmer, die keine diesbezügliche Rentenversicherung wünschen, weil sie beispielsweise bereits über ihren sozialversicherungspflichtigen Erstjob Rentenversicherungsbeiträge abführen, müssen die Befreiung des 450-Euro-Jobs von der Rentenversicherungspflicht beantragen (während sie nach der bisherigen Regelung gemäß § 5 Abs. 2 S. 2 SGB VI ausdrücklich auf die Versicherungsfreiheit verzichten konnten).

Keine Änderung ergibt sich dagegen für bereits bestehende Minijobs (400-Euro-Jobs) – sie bleiben automatisch rentenversicherungsfrei.

Keine sonstigen arbeitsrechtlichen Besonderheiten bei 450-Euro-Jobs

Ansonsten ist der 450-Euro-Job keinen arbeitsrechtlichen Besonderheiten unterworfen, sondern als reguläres Arbeitsverhältnis anzusehen, auf welches arbeitsrechtliche Regelungen in vollem Umfang anwendbar sind.

Der 450-Euro-Jobber ist also anderen Arbeitnehmern im Hinblick auf

  • Entgeltfortzahlung bei Erkrankung nach den Vorschriften des Entgeltfortzahlungsgesetzes (EntgFG),
  • den Kündigungsschutz nach dem Kündigungsschutzgesetz (KSchG),
  • seinen Urlaubsanspruch nach dem Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) oder
  • die Feiertagsvergütung

gleichgestellt.

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