450-Euro-Job und Krankenversicherung

Lesen Sie, ob Sie als Minijobber krankenversichert sind

450-Euro-Job und Krankenversicherung – Wie passt das zusammen?

Am 01.01.2013 ist die Verdienstgrenze für Minijobber von 400 auf 450 Euro angehoben worden. Minijobber dürfen seitdem also 50 Euro mehr verdienen, ohne dass sie dadurch der Steuerpflicht unterfielen (neben einer Hauptbeschäftigung, die der Sozialversicherungspflicht unterfällt, ist nur ein einziges Minijob-Arbeitsverhältnis steuerfrei).

Der 450-Euro-Job ist zudem auch weiterhin ein Beschäftigungsverhältnis, welches nicht der Sozialversicherungspflicht unterfällt. Damit sind Minijobber prinzipiell auch nicht pflichtversichert in der gesetzlichen Krankenversicherung.

Arbeitnehmer in der Gleitzone zwischen 401 und 450 Euro regelmäßigem Verdienst

Umgekehrt unterlagen dagegen solche Arbeitnehmer, die vor dem 01.01.2013 mehr als 400 Euro verdient haben, der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung.

Durch die Erhöhung der Verdienstgrenze unterliegen jetzt allerdings solche Arbeitnehmer, deren Verdienst regelmäßig zwischen 401 und 450 Euro lag, nicht mehr der gesetzlichen Krankenversicherungspflicht. Ihr Arbeitsverhältnis hat sich durch die Neuregelung umgewandelt in ein krankenversicherungsfreies Arbeitsverhältnis.

Für diesen Kreis von Arbeitnehmern sieht der Gesetzgeber eine Übergangs- und Ausnahmeregelung vor, nach der die Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung für den 450-Euro-Job bestehen bleibt. Diese Regelung gilt allerdings nur bis Ende 2014.

Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung kann vorteilhaft sein

Sollte ein Arbeitnehmer einen Minijob nicht neben einer sozialversicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung ausüben – und damit vermutlich ohne den Schutz einer Krankenversicherung dastehen – sollte er sich also unbedingt überlegen, ob es für ihn nicht ratsamer wäre, in ein Beschäftigungsverhältnis einzutreten, in dessen Rahmen er mehr als 450 Euro verdienen kann.

Denn auch wenn dies bedeutet, dass er in allen Zweigen der Sozialversicherung beitragspflichtig wird, hat dies dennoch den Vorteil des vollen gesetzlichen Krankenversicherungsschutzes.

Nur der volle gesetzliche Krankenversicherungsschutz gewährt beispielsweise den Anspruch auf

  • das Krankengeld oder
  • das Mutterschaftsgeld

in voller Höhe.

Ist der Eintritt in ein entsprechendes Beschäftigungsverhältnis nicht möglich, und Sie auch nicht anderweitig krankenversichert sein (beispielsweise über eine Familienversicherung), dann sollten Sie, um abgesichert zu sein, sich freiwillig krankenversichern.

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