Abfindung und Arbeitslosengeld | Wie stehen Abfindung und ALG I zueinander?

Erfahren Sie hier, wie sich eine Abfindung auf das Arbeitslosengeld auswirkt

Wenn Sie, als Arbeitnehmer, wegen einer Kündigung arbeitslos werden, haben Sie prinzipiell einen Anspruch auf Arbeitslosengeld I, wenn bestimmte Voraussetzungen (rechtzeitige Meldung beim Arbeitsamt, Erfüllung der Anwartschaftszeit) vorliegen.

Ihrem Anspruch auf Arbeitslosengeld kann allerdings entgegenstehen, dass Sie Ihre Beschäftigung aufgegeben bzw. ohne das Vorliegen eines wichtigen Grundes gekündigt haben. Aber auch die Zahlung einer Abfindung, die sich beispielsweise einem arbeitsgerichtlichen Prozess wegen Erhebung einer Kündigungsschutzklage anschließt, kann eine nachteilige Wirkung auf Ihren Anspruch auf Arbeitslosengeld haben.

Wir freuen uns auf Ihre Anfrage

Gerne kontaktieren wir Sie per E-Mail oder telefonisch!

Please leave this field empty.

Die mit * gekennzeichneten Felder sind Pflichtfelder.

Sperrzeit

Die arbeitgeberseitige Kündigung löst eine Sperrzeit regelmäßig nur dann aus, wenn die Agentur für Arbeit zu dem Ergebnis kommen muss, dass Sie durch Ihr Verhalten Ihrem Arbeitgeber den Anlass dafür geliefert haben, Sie zu kündigen.

Ein solcher Grund ist zumeist in einem arbeitsvertragswidrigen Verhalten zu suchen und hat dann (regelmäßig nach vorheriger Abmahnung) eine verhaltensbedingte Kündigung zur Folge. Sollten Sie gegen eine solche Kündigung die Kündigungsschutzklage erheben und endet der Prozess mit einem gerichtlichen Abfindungsvergleich, dann

  • wird die Agentur für Arbeit eine Sperrzeit in solchen Fällen verhängen, in denen aus dem Vergleich und seiner Dokumentation hervorgeht, dass Sie als Arbeitnehmer mit Ihrem Verhalten ursächlich für den Ausspruch der Kündigung waren oder
  • wird die Agentur für Arbeit von einer Sperrzeit absehen, wenn der Vergleich deutlich macht, dass es sich bei Ihrer Kündigung nicht um eine verhaltensbedingte, sondern eine ordentliche betriebsbedingte Kündigung handelt.

Anrechnung der Abfindung auf den Arbeitslosengeldanspruch

Für die Höhe des Arbeitslosengeldes ist in erster Linie Ihr durchschnittlicher Verdienst der letzten Monate maßgeblich. Allerdings kann es sein, dass Ihr Anspruch zeitlich nach hinten hinausgeschoben wird, wenn sich Ihr Arbeitgeber durch die Abfindungszahlung eine Verkürzung der von ihm zu beachtenden Kündigungsfrist erkauft hat.

Ausdrücklich ist dies in § 143 a Drittes Buch Sozialgesetzbuch (SGB III) geregelt, wo es heißt, dass „der Anspruch auf Arbeitslosengeld von dem Ende des Arbeitsverhältnisses an bis zu dem Tage, an dem das Arbeitsverhältnis bei Einhaltung dieser Frist geendet hätte“ ruht.

Sollten Sie also mit Ihrem Arbeitgeber in die Verhandlungen über die Zahlung einer Abfindung eintreten, dann tun Sie gut daran, darauf zu achten, dass keine Vereinbarung getroffen wird, nach der das Arbeitsverhältnis früher endet – als es unter Beachtung der regulären Kündigungsfrist – geendet hätte.

Im schlimmsten Fall, nämlich wenn Sie aufgrund einer solchen Vereinbarung als nicht lange genug arbeitslos gelten, um Ihr Arbeitslosengeld in voller Höhe beanspruchen zu können, kann dies sogar dazu führen, dass die Agentur für Arbeit Ihren Arbeitslosengeldanspruch in nicht unerheblichem Maße kürzt.

Steuerliche Behandlung von Abfindungen

Hinsichtlich der wichtigen Frage der Besteuerung von Abfindungszahlungen empfehlen wir Ihnen, diesen Artikel zu lesen:

Abfindung und Steuer

Beratung erwünscht?

Sie wünschen eine Rechtsberatung? Wir sind für Sie da! Kontaktieren Sie uns und vereinbaren Sie einen Termin. Unser gesamtes Team steht Ihnen gerne zur Verfügung!

» Jetzt anfragen