Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

Hier erfahren Sie Wissenswertes zur Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

Bild ArbeitsunfähigkeitsbescheinigungDie Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, sehr gerne auch als AU bezeichnet, ist der allgemein anerkannte Nachweis darüber, dass der Arbeitnehmer aufgrund einer Erkrankung arbeitsunfähig ist.

Ihr kommt daher im Hinblick auf die nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG) vom Arbeitgeber zu gewährende Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall und auch das von der Krankenkasse bei länger andauernder Erkrankung gewährte Krankengeld eine große Bedeutung zu. Legt der Arbeitnehmer seinem Arbeitgeber die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zu spät vor, muss er mit ernsthaften arbeitsrechtlichen Konsequenzen rechnen.

Ausstellung und Funktion der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

Ausgestellt wird die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung je nach dem konkreten Krankheitsbild, von

  • einem allgemeinen Arzt,
  • einem Facharzt oder
  • einem Zahnarzt,

wenn der Arzt zu der Überzeugung gelangt, dass der Arbeitnehmer durch seine Erkrankung an der Arbeitsaufnahme gehindert ist.

Die Pflicht des Arbeitnehmers zur Vorlage einer solchen Bescheinigung resultiert aus seiner arbeitsvertraglichen Pflicht, seine Arbeitskraft im Betrieb des Arbeitgebers zur Verfügung stellen zu müssen. Tut er dies nicht, muss es dem Arbeitgeber gestattet sein, einen Nachweis darüber zu verlangen, dass der Arbeitnehmer durch die Erkrankung an der Erfüllung seiner Arbeitsverpflichtung gehindert wird.

Bedeutung der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung für den Arbeitnehmer

Für den Arbeitnehmer ist die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung deshalb so bedeutsam, weil sich aus ihrem Erstellungsdatum ablesen lässt, wie lange sein Anspruch auf Entgeltfortzahlung voraussichtlich andauern wird.

Nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz muss der Arbeitgeber seinem erkrankten Arbeitnehmer seinen regulären Arbeitslohn bis zu sechs Wochen nach seiner Erkrankung und dem damit verbundenen Eintritt der Arbeitsunfähigkeit gewähren. Ist der Arbeitnehmer länger als sechs Wochen krank, dann wird der Arbeitgeber danach aus seiner Zahlungspflicht entlassen und die Krankenkasse springt für maximal sechs Monate mit der Zahlung von Krankengeld ein.

Vorlage beim Arbeitgeber

Im Regelfall enthalten Arbeitsverträge eine Regelung, nach der dem Arbeitgeber die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung spätestens am dritten Tag nach der Erkrankung des Arbeitnehmers vorzulegen ist.

Fällt der Arbeitnehmer allerdings durch häufige Kurzerkrankungen auf und ergibt sich für den Arbeitgeber der Verdacht, dass die Erkrankungen des Arbeitnehmers einer medizinischen Begründetheit entbehren, kann er die Vorlage der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung auch schon zu einem früheren Zeitpunkt verlangen.

Dieses Recht ist von den Arbeitsgerichten in laufender Rechtsprechung immer wieder bestätigt worden. So qualifizierte das Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein das Versäumnis des Arbeitnehmers, dem Wunsch des Arbeitgebers auf Vorlage der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bereits am ersten Tag nachzukommen, als einen wichtigen Grund im Sinne des § 626 Abs. 1 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB), der ihn zum Ausspruch einer außerordentlichen Kündigung berechtigt (Urteil vom 13.10.2009, Az.: 2 Sa 130/09).

Sanktionen bei Nicht- oder verspäteter Vorlage

Wie bereits gerade aufgezeigt, stellt die verspätete Vorlage der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung einen Pflichtverstoß dar, der zu Abmahnung bzw. zur Kündigung führen kann. Das gilt natürlich erst recht bei Nichtvorlage der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. Andererseits gilt es aber auch nur dann, wenn der Arbeitnehmer tatsächlich und nachweislich dieser Verpflichtung nicht nachgekommen ist, obwohl er wiederholt vom Arbeitgeber dazu aufgefordert worden war.

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