Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung Krankenkasse vorlegen | AU einreichen

Lesen Sie hier, was Sie als Arbeitnehmer gegenüber Ihrer Krankenkasse beachten müssen

Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung Krankenkasse vorlegenMüssen Sie als Arbeitnehmer Ihrer Krankenkasse eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorlegen? Was passiert, wenn Sie es nicht oder nicht rechtzeitig tun? Die Antworten – und noch viel mehr – erfahren Sie hier!

Ein Arbeitnehmer, der wegen einer Erkrankung nicht arbeiten kann, hat während der Zeit seines krankheitsbedingten Ausfalls zunächst einen Anspruch auf Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber. Nach sechs Wochen endet der Lohnfortzahlungsanspruch. Ist der Arbeitnehmer immer noch krank, erhält er in der Folgezeit Krankengeld von seiner Krankenkasse.

Die vom Arzt ausgestellte Krankmeldung dient als Nachweis für die krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit.

Pflicht zur Vorlage einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

Allgemein bekannt ist, dass dem Arbeitgeber jede krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit rechtzeitig mitgeteilt werden muss. Der kranke Arbeitnehmer ist verpflichtet, sich unverzüglich ärztlich untersuchen zu lassen. Spätestens am 3. Werktag nach Krankheitsbeginn muss der erkrankte Arbeitnehmer bei seinem Arbeitgeber eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung – gerne auch kurz als AU bezeichnet – einreichen.

Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung AUDie Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung stellt ein Arzt aus, der nach angemessener Untersuchung ausreichende Gründe für eine Krankschreibung gefunden hat. Bei ausdrücklicher Weisung des Arbeitgebers muss der Arbeitnehmer die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung schon vor dem dritten Tag nach Krankmeldung vorlegen. Diese Pflicht ergibt sich häufig aus dem Arbeitsvertrag.

Auch Ihre Krankenkasse muss über eine Erkrankung, die zur vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit führt, rechtzeitig informiert werden, wenn im Verlauf der Krankheit möglicherweise ein Anspruch auf Zahlung von Krankengeld gegen sie geltend gemacht werden soll. Die Vorlagefrist wird in § 49 Abs. 1 Nr. 5 SGB V auf eine Woche nach Beginn der Erkrankung festgelegt.

Wichtige Fristen für Sie als Arbeitnehmer bei krankheitsbedingter Arbeitsunfähigkeit:

  1. Information des Arbeitgebers über Erkrankung – unverzüglich, per Telefon, Fax etc. möglich
  2. Vorlage der ärztlichen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung beim Arbeitgeber – drei Tage, auf Weisung auch früher
  3. Vorlage der ärztlichen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bei der Krankenkasse – eine Woche

Zwischen Entgeltfortzahlungsgesetz und Sozialgesetzbuch

Krankenkasse KrankenversicherungDie wichtigsten Regelungen im Zusammenhang mit dem Verhalten bei krankheitsbedingter Arbeitsunfähigkeit finden Sie im Entgeltfortzahlungsgesetz (EntgFG) und im Sozialgesetzbuch Fünftes Buch (SGB V).

Im Entgeltfortzahlungsgesetz sind die Rechtsbeziehungen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber beschrieben, während das Sozialgesetzbuch V sich mit den rechtlichen Ansprüchen zwischen Krankenkasse und dem krankenversicherten Arbeitnehmer beschäftigt.

Gegenüber Ihrer Krankenkasse haben Sie im Falle einer Erkrankung die Obliegenheit, für die Übersendung einer vom Arzt ausgestellten Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zu sorgen, obwohl Sie zunächst noch Lohnfortzahlung vom Arbeitgeber erhalten.

Kommen Sie dieser Obliegenheit nicht nach, droht Ihnen nicht nur das Ruhen Ihres Krankengeldanspruches, sondern auch ein völliger Ausschluss Ihres Anspruches. Als Voraussetzung für derartig einschneidende Sanktionen wäre schon ausreichend, dass Sie sich nicht ausreichend darum bemüht haben, der Krankenkasse die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung fristgemäß zukommen zu lassen.

An dieser Stelle kommt Ihnen als Arbeitnehmer die Regelung des § 5 Abs. 1 S. 5 EntgFG entgegen, die den Arzt, der die zur Vorlage beim Arbeitgeber bestimmte Krankmeldung erstellt, dazu verpflichtet, die Übersendung der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung an die Krankenkasse selbst zu übernehmen.

Verlassen Sie sich aber keinesfalls darauf, dass der Arzt das für Sie erledigen wird. Schicken Sie selbst eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung an Ihre Krankenkasse!

Besondere Fallkonstellationen

Erkrankung Arbeitsloser

Krankheit ArbeitsunfähigkeitKrankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit kann auch Arbeitslose treffen. Auch sie sind verpflichtet, beim Arzt eine Krankmeldung ausstellen zu lassen. Diese Bescheinigung ist dann bei der Agentur für Arbeit vorzulegen.

Die Agentur für Arbeit übernimmt die Weiterleitung der Bescheinigung an die Krankenkasse, die zur Zahlung von Krankengeld verpflichtet ist. Der erkrankte Arbeitslose darf sich hinsichtlich der Einhaltung von Fristen dabei darauf verlassen, dass Arbeitsagentur und Krankenkasse vorschriftsmäßig zusammenarbeiten, hat also insoweit keine weiteren Pflichten zu erfüllen.

Erkrankung im Ausland

Wenn die Erkrankung im Ausland auftritt, müssen Sie sich mit allen vertretbaren Mitteln darum bemühen, der Krankenkasse die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung – so zügig wie möglich – zu übermitteln.

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