Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung Krankenkasse vorlegen | AU einreichen

Arbeitnehmer und Krankenkasse - Darauf kommt´s an

Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung Krankenkasse vorlegenMüssen Sie als Arbeitnehmer Ihrer Krankenkasse eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorlegen? Was passiert, wenn Sie es nicht oder nicht rechtzeitig tun? Die Antworten – und noch viel mehr – erfahren Sie hier.

Ein Arbeitnehmer, der wegen einer Erkrankung nicht arbeiten kann, hat während der Zeit seines krankheitsbedingten Ausfalls zunächst einen Anspruch auf Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber. Nach sechs Wochen endet der Lohnfortzahlungsanspruch. Ist der Arbeitnehmer immer noch krank, erhält er in der Folgezeit Krankengeld von seiner Krankenkasse. Die vom Arzt ausgestellte Krankmeldung dient als Nachweis für die krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit.

Kleiner Tipp noch, bevor Sie weiterlesen: Schauen Sie doch mal bei uns im Arbeitsrecht vorbei.

Zwischen Entgeltfortzahlungsgesetz und Sozialgesetzbuch

Die wichtigsten Regelungen im Zusammenhang mit dem Verhalten bei krankheitsbedingter Arbeitsunfähigkeit finden Sie im Entgeltfortzahlungsgesetz (EntgFG) und im Sozialgesetzbuch Fünftes Buch (SGB V).

Im Entgeltfortzahlungsgesetz sind die Rechtsbeziehungen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber beschrieben, während sich das Sozialgesetzbuch V mit den rechtlichen Ansprüchen zwischen Krankenkasse und krankenversichertem Arbeitnehmer beschäftigt.

Krankenkasse KrankenversicherungGegenüber Ihrer Krankenkasse haben Sie, im Falle einer Erkrankung, die Obliegenheit, für die Übersendung einer vom Arzt ausgestellten Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zu sorgen, obwohl Sie zunächst noch Lohnfortzahlung vom Arbeitgeber erhalten.

Kommen Sie dieser Obliegenheit nicht nach, droht Ihnen nicht nur das Ruhen Ihres Krankengeldanspruches, sondern auch ein völliger Ausschluss Ihres Anspruches. Als Voraussetzung für derartig einschneidende Sanktionen wäre es schon ausreichend, dass Sie sich nicht ausreichend darum bemüht haben, der Krankenkasse die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung fristgemäß zukommen zu lassen.

Verlassen Sie sich dabei insbesondere nicht darauf, dass Ihr Arzt das für Sie erledigen wird. Schicken Sie selbst eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung an Ihre Krankenkasse!

Pflicht zur Vorlage einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

Allgemein bekannt ist, dass dem Arbeitgeber jede krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit unverzüglich mitgeteilt werden muss. Dauert die Arbeitsunfähigkeit länger als drei Kalendertage, hat der Arbeitnehmer eine ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung – gerne auch kurz als AU bezeichnet – über das Bestehen der Arbeitsunfähigkeit sowie deren voraussichtliche Dauer spätestens an dem darauffolgenden Arbeitstag beim Arbeitgeber vorzulegen.

Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung AUBei ausdrücklicher Weisung seines Arbeitgebers muss der Arbeitnehmer die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung schon früher vorlegen. Diese Pflicht im Zusammenhang mit einer Krankmeldung ergibt sich häufig aus dem Arbeitsvertrag.

Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung stellt ein Arzt aus, der nach angemessener Untersuchung ausreichende Gründe für eine Krankschreibung gefunden hat.

Auch Ihre Krankenkasse muss über eine Erkrankung, die zur vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit führt, rechtzeitig informiert werden, wenn im Verlauf der Krankheit möglicherweise ein Anspruch auf Zahlung von Krankengeld gegen sie geltend gemacht werden soll. Die Vorlagefrist beträgt eine Woche ab Beginn der Arbeitsunfähigkeit.

Für Sie als Arbeitnehmer wichtige Fristen, die mit Eintritt der krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit zu laufen beginnen:

  1. Information des Arbeitgebers über Erkrankung – unverzüglich, per Telefon, E-Mail etc. möglich
  2. Vorlage der ärztlichen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung beim Arbeitgeber – wenn die Arbeitsunfähigkeit länger als drei Kalendertage dauert, spätestens am darauffolgenden Arbeitstag (auf Weisung auch früher)
  3. Vorlage der ärztlichen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bei der Krankenkasse – eine Woche

Besondere Fallkonstellationen

Erkrankung Arbeitsloser

Krankheit ArbeitsunfähigkeitKrankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit kann auch Arbeitslose treffen. Auch sie sind verpflichtet, beim Arzt eine Krankmeldung ausstellen zu lassen. Diese Bescheinigung ist dann bei der Agentur für Arbeit vorzulegen.

Verlassen Sie sich als Arbeitsloser keinesfalls darauf, dass die Agentur für Arbeit die Weiterleitung der Bescheinigung an die Krankenkasse für Sie vornehmen wird. Schicken Sie also auch in diesem Fall selbst eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung an Ihre Krankenkasse. Sie sollten sich nicht darauf verlassen, dass die Arbeitsagentur gesetzlich verankerte Fristen für Sie wahrt und reibungsfrei mit Ihrer Krankenkasse zusammenarbeitet!

Erkrankung im Ausland

Sofern Sie sich als Arbeitnehmer bei Beginn der Arbeitsunfähigkeit im Ausland aufhalten sollten, so sind Sie verpflichtet, dem Arbeitgeber Ihre Arbeitsunfähigkeit, deren voraussichtliche Dauer und die Anschrift Ihres Aufenthaltsortes schnellstmöglich mitzuteilen. Bemerkenswert ist dabei, dass der Arbeitgeber die durch die Mitteilung entstehenden Kosten zu tragen hat.

Sie sind, als gesetzlich krankenversicherter Arbeitnehmer, zudem verpflichtet, Ihrer Krankenkasse unverzüglich die Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer anzuzeigen. Sollte die Arbeitsunfähigkeit länger als mitgeteilt andauern, so sind Sie weiterhin verpflichtet, die Krankenkasse über die voraussichtliche Fortdauer der Arbeitsunfähigkeit zu informieren.

Sobald Sie dann ins Inland zurückkehren, müssen Sie dem Arbeitgeber und der Krankenkasse unverzüglich Ihre Rückkehr anzeigen.

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