Kindesunterhalt

Wenn Sie von Ihrem Ehepartner, stellt sich die Frage, wer von Ihnen beiden Unterhalt für das Kind bzw. die Kinder zahlen muss. Kindesunterhalt müssen Sie grundsätzlich gegenüber Kindern entrichten, welche minderjährig und unterverheiratet oder volljährig, unverheiratet und in Berufsausbildung befindlich sind. Kindesunterhalt muss entrichtet werden – egal ob die Kindeseltern verheiratet oder unverheiratet sind. Die Düsseldorfer Tabelle vom 01.01.2011 wird aktuell als Richtlinie herangezogen, um den monatlichen Unterhaltsbedarf zu ermitteln. Allerdings muss der Unterhaltsbedarf nicht ident mit dem Zahlbetrag sein.

Unterhaltsberechtigung minderjähriger Kinder

Wenn Kinder außer Stande sind, sich selbst zu versorgen, sind Sie als Elternteil Ihnen gegenüber unterhaltspflichtig. Bei Minderjährigen ist dies zumeist der Fall. Der Elternteil bei dem das Kind lebt, leistet seinen Unterhalt in Form von Naturalunterhalt: dieser wird durch die Betreuung und Versorgung des Kindes abgegolten. Sie als zweiter Elternteil sind verpflichtet, dem Kind gegenüber Barunterhalt zu leisten: dies müssen Sie in Form von monatlichen Geldzahlungen erledigen.

Erweiterte Unterhaltsverpflichtung

Ihre minderjährigen und unverheirateten Kinder sind Ihnen gegenüber erweitert unterhaltsberechtigt. Dies zeigt sich anhand zweier Komponenten: Zum einen verbleibt Ihnen als Unterhaltsschuldner lediglich ein bestimmter monatlicher Betrag als Selbstbehalt. Hierbei handelt es sich um 770,00 EUR, wenn Sie ein nicht erwerbstätiger Unterhaltspflichtiger sind, und um 950,00 EUR, wenn Sie erwerbstätig unterhaltspflichtig sind. Zum anderen müssen Sie alle Ihnen verfügbaren Mittel und Wege in Bewegung setzen, um den Kindesunterhalt Ihrer Kinder zu sichern. Dabei kann es auch sein, dass Sie bei sehr geringen Einkünften dazu angehalten werden, einen zusätzlichen Aushilfsjob anzunehmen, um den Mindestunterhalt für die Kinder decken zu können.

Mindestunterhalt der Kinder

Für Kinder von 0-5 Jahren müssen Sie einen Mindestunterhalt von 317,00 EUR bezahlen. Kinder von 6-11 Jahren verfügen über eine Mindestunterhaltsberechtigung von 364,00 EUR, und Kindern von 12-17 Jahren steht ein Mindestunterhalt von 426,00 EUR zu. Das Kindergeld ist bei diesen Beträgen heranzuziehen und einzurechnen.

Unterhaltsberechtigung volljähriger Kinder

Mit der Volljährigkeit der Kinder – also mit Vollendung des 18. Lebensjahres – entfällt die Aufteilung in Bar- und Naturalunterhalt zwischen Ihnen und dem zweiten Elternteil. Ab dann unterstehen beide Elternteile einer anteiligen Verpflichtung für Kindesunterhalt, welche sich je nach vorhandenem Einkommen auf Haftungsanteile aufteilt. Gegenüber volljährigen Kindern gilt ein deutschlandweiter Selbstbehalt von 1.150,0 EUR.

Dennoch findet eine Unterscheidung zwischen Kindern, welche das 21.Lebensjahr noch nicht abgeschlossen haben, zu Hause wohnen und sich in der allgemeinen Schulausbildung befinden („privilegiert“), und Kindern, bei welchen die genannten Parameter nicht bestehen, statt. Kinder, auf welche alle drei Voraussetzungen zutreffen, sind unterhaltsrechtlich so zu behandeln wie minderjährige Kinder.

Höhe des zu zahlenden Kindesunterhalts

Die Höhe des zu zahlenden Kindesunterhalts wird durch die Gerichte in Anlehnung an die Düsseldorfer Tabelle berechnet. Dabei wird in Altersstufen der Kinder und Einkommensstufen unterteilt. Mit zunehmendem Alter des Kindes und zunehmender Höhe Ihres Einkommens, steigt der Kindesunterhalt für Sie. Eine weitere Beeinflussung des Kindesunterhalts findet durch die Anzahl derer, denen Sie unterhaltsverpflichtet sind, statt. Ein Bedarfskontrollbetrag muss für die Kinder in jedem Fall gewahrt bleiben.

Selbstbehalt für Sie als Unterhaltspflichtigen

Der Selbstbehalt stellt jenen Betrag dar, der Ihnen als Unterhaltsschuldner monatlich verbleiben muss. Es werden zweierlei Selbstbehalte unterschieden: zum einen der Selbstbehalt, welcher Ihnen gegenüber unverheirateten Minderjährigen oder volljährigen, privilegierten Kindern bleiben muss (950,00 EUR), und zum anderen jener Selbstbehalt, welcher Ihnen gegenüber nicht privilegierten volljährigen Kindern verbleiben muss (1.150,00 EUR).

Rechtstipp: Auch wenn die Düsseldorfer Tabelle einfach aussieht – es existieren eine Reihe von Komponenten, welche außerhalb der Basisberechnung eine unterhaltsmindernde Wirkung für Sie haben können. Beispielsweise, wenn eine Ausbildungsvergütung erzielt wird, ist dies auf den Kindesunterhalt anzurechnen. Es wird Ihnen daher empfohlen, die Berechnung mit einem auf Familienrecht spezialisierten Anwalt durchzuführen.

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