Kündigung und Arbeitslosengeld

Gekündigt worden? Selbst gekündigt? Bekommen Sie jetzt Arbeitslosengeld?

Wenn Sie arbeitslos sind bzw. geworden sind, dann haben Sie prinzipiell einen Anspruch auf Arbeitslosengeld. Arbeitslos sind Sie dann, wenn Sie in keinem Beschäftigungsverhältnis stehen, sich um Arbeit bemühen und zudem der Agentur für Arbeit im Rahmen ihrer Vermittlungstätigkeit zur Verfügung stehen. Die Arbeitslosigkeit wird in der Regel durch die Kündigung des Arbeitsverhältnisses bewirkt. Die Kündigung durch den Arbeitgeber steht dem Bezug von Arbeitslosengeld in der Regel nicht entgegen. Die Eigenkündigung in der Regel allerdings schon.

Generelle Voraussetzungen für den Bezug von Arbeitslosengeld

Als generelle Voraussetzungen für Ihren Anspruch auf Arbeitslosengeld gilt,

  • dass Sie arbeitslos sind,
  • dass Sie sich persönlich bei der Agentur für Arbeit als arbeitslos gemeldet haben und
  • dass Sie die Anwartschaftszeit erfüllen.

Prinzipiell muss die Meldung bei der Agentur für Arbeit spätestens drei Monate vor Beginn der Arbeitslosigkeit erfolgen. Da Sie in den meisten Fällen aber von Ihrem Arbeitgeber so früh nicht darüber unterrichtet werden, dass er Ihnen die Kündigung aussprechen wird, gilt eine weitere Frist von drei Tagen, innerhalb derer Sie ab Zugang bzw. Kenntnisnahme der Kündigung meldepflichtig sind. Sollten Sie diese Frist versäumen, kann die Agentur für Arbeit die Auszahlung des Arbeitslosengeldes in der ersten Woche der Arbeitslosigkeit verweigern.

Kündigung durch den Arbeitgeber

Die arbeitgeberseitige Kündigung berechtigt normalerweise zum Bezug von Arbeitslosengeld, wenn die anderen Voraussetzungen vorliegen. Eine Ausnahme gilt nur dann, wenn Sie durch Ihr Verhalten Ihrem Chef einen Anlass dafür gegeben haben, Ihnen die Kündigung auszusprechen. Haben Sie also beispielsweise nach vorheriger Abmahnung wiederholt gegen die betrieblichen Regelungen zur privaten Nutzung des Internetanschlusses am Arbeitsplatz verstoßen und werden deshalb gekündigt, dann kann das Arbeitsamt eine Sperrzeit von zwölf Wochen verhängen.

Eigenkündigung

Kündigen Sie ohne das Vorliegen eines wichtigen Grundes selbst Ihr Beschäftigungsverhältnis, dann führt das im Regelfall ebenfalls zur Verhängung der zwölfmonatigen Sperrfrist. Etwas anderes gilt hingegen, wenn ein wichtiger Grund für die Eigenkündigung vorliegt und nachgewiesen kann (durch ärztliches Attest beispielsweise). Ein solcher Grund kann sein

  • Mobbing durch Kollegen (sexuelle Belästigung, Anfeindungen etc.),
  • Bossing durch Vorgesetzte (wiederholte und systematische Schikanehandlungen) oder
  • die Unfähigkeit zur Herstellung der ehelichen Lebensgemeinschaft, weil der Arbeitsplatz unzumutbar weit vom Betrieb des Arbeitgebers entfernt ist.
Artikel senden Artikel senden

Beratung erwünscht?

Sie wünschen eine Rechtsberatung? Wir sind für Sie da! Kontaktieren Sie uns und vereinbaren Sie einen Termin. Unser gesamtes Team steht Ihnen gerne zur Verfügung!

» Jetzt anfragen