Mangelhaftes Auto gekauft? Zurückgeben? Schadensersatz verlangen?

Lesen Sie hier, was Sie tun können, wenn Ihr Autokauf nicht in Ordnung ist

Auf mobile.de, gebrauchtwagen.de, beim Händler, im Autohaus oder in privaten Kleinanzeigen – der PKW-Markt in Deutschland boomt, insbesondere der Gebrauchtwagenkauf im Internet erfreut sich wachsender Beliebtheit. Dort lassen sich bisweilen großartige Schnäppchen machen.

Allerdings gibt es auch eine Vielzahl schwarzer Schafe, die Käufer skrupellos über den Tisch ziehen. Nicht selten bleibt der Verbraucher auf hohen Werkstattrechnungen oder gar einer mangelhaften Schrottlaube sitzen.

Aber was tun, wenn der Autokauf schief gegangen ist?

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Wann ist ein Fahrzeug überhaupt mangelhaft?

Juristisch unterscheidet man nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) zwischen zwei Arten von Mängeln, wobei die Unterscheidung fließend ist:

  1. Sachmangel (§ 434 BGB)
  2. Rechtsmangel (§ 435 BGB)

Nach der gesetzlichen Definition ist eine Sache dann frei von (Sach-)Mängeln, wenn sie die vereinbarte Eigenschaft hat und sich für die nach dem Vertrag vorausgesetzte Verwendung beziehungsweise für die gewöhnliche Verwendung eignet und eine Beschaffenheit aufweist, die bei Sachen der gleichen Art üblich ist und die der Käufer nach der Art der Sache erwarten kann.

Einen Sachmangel stellt es bei einem PKW also zum Beispiel dann dar, wenn ein Getriebe kaputt ist, der Allradantrieb oder Kilometerzähler nicht funktioniert, die Sitzheizung defekt ist oder die Klimaanlage sich nicht einstellen lässt. Es sind natürlich noch viele andere Mängel denkbar.

Und was ist Verschleiß beim Auto?

Unter Verschleiß hingegen versteht man, vereinfacht ausgedrückt, diverse Formen der Abnutzung durch schleifende, kratzende, rollende, schlagende, sonstige physikalische, chemische oder thermische Beanspruchung.

Beim PKW sind klassische Verschleißteile etwa die Bremsklötze, leichte Ölundichtigkeit, geringfügige Lackschäden, Lenkungsspiel, Zahnriemenriss und so weiter.

Was sind die Rechtsfolgen, wenn Ihr PKW einen Mangel hat?

Ist ein gekaufter PKW mit einem Mangel behaftet und hat der Verkäufer diesen Mangel zu vertreten, stehen dem Käufer die sogenannten Mängelgewährleistungsrechte zu. Diese sind:

  1. Anspruch auf Nacherfüllung (§ 439 BGB), das heißt Lieferung einer neuen Sache oder
    Reparatur
  2. danach: Rücktrittsrecht (§ 440, § 323, § 326 Absatz 5 BGB)
  3. oder Minderung (§ 441 BGB)
  4. Anspruch auf Schadensersatz (§ 437 Nummer 3 BGB)
  5. Ersatz vergeblicher Aufwendungen (§ 284 BGB)

Voraussetzung ist aber weiter, dass der vom Verkäufer zu vertretende Mangel bereits beim sogenannten Gefahrenübergang vorgelegen hat. Der Gefahrübergang findet in aller Regel durch die Übergabe des Autos statt. Allerdings können auch noch später aufgetretene Sachmängel zur Gewährleistungspflicht führen, wenn diese Mängel schon bei Gefahrübergang im Keim angelegt waren (sogenannte Keimtheorie).

Im Übrigen muss innerhalb der ersten sechs Monate nach dem Kauf der Verkäufer beweisen, dass die verkaufte Sache mangelfrei war. Nach sechs Monaten dreht sich die Beweislast um: dann muss der Käufer belegen, dass der Mangel bereits von Anfang an vorhanden war.

Daher ist es wichtig, bei Problemen mit dem Fahrzeug direkt bei den ersten Anzeichen sofort anwaltliche Hilfe in Anspruch zu nehmen und gegebenenfalls ein Kfz-Sachverständigengutachten einzuholen, um eventuelle Mängel korrekt gegenüber dem Verkäufer rügen zu können. Denn nach sechs Monaten ist es einem Käufer beziehungsweise einem Sachverständigen oft kaum noch möglich, verbindliche Aussagen zu treffen.

Beachten Sie auch: diese Konstellation, nämlich dass Sachmängel beim PKW-Kauf auftreten, ist eine der wenigen Situationen, in denen eine Rechtsschutzversicherung auch die Kosten eines Sachverständigengutachtens übernimmt!

Was sind die Rechtsfolgen, wenn Ihr PKW einen Verschleiß hat?

Zeigen sich nach einem Gebrauchtfahrzeugkauf Verschleißspuren, also Defekte, die dem Alter, dem Modell und der Laufleistung des Fahrzeugs entsprechen, haftet der Verkäufer hingegen nicht – er muss also nicht kostenlos nachbessern, das heißt reparieren oder Schadensersatz leisten.

In vielen Fällen lässt sich dies jedoch definitiv nur über ein Kfz-Sachverständigengutachten abschließend klären.

Was bedeutet ein Gewährleistungsausschluss im Kaufvertrag?

Private Verkäufer können in einem Kaufvertrag über gebrauchte Sachen einen Gewährleistungsausschluss vereinbaren, Händler dürfen dies gegenüber einem Verbraucher nicht.

Häufig findet sich daher in den Kaufverträgen „von privat“ eine Formulierung wie folgt:

„Das Fahrzeug wird unter Ausschluss jeglicher Gewährleistung verkauft. Der Ausschluss gilt nicht für Schadensersatzansprüche aus grob fahrlässiger beziehungsweise vorsätzlicher Verletzung von Pflichten des Verkäufers sowie für jede Verletzung von Leben, Körper und Gesundheit.“

Ist ein solcher wirksamer Ausschluss vereinbart, können Sie als Käufer später keine Rechte geltend machen. Der Gewährleistungsausschluss greift jedoch dann nicht mehr durch, wenn der Verkäufer einen Mangel beim Verkauf arglistig verschwiegen hat oder er bewusst falsche Angaben zu dem Kaufgegenstand gemacht hat.

Gerne prüfen wir solche Klauseln und Verträge für Sie. Wir beraten Sie dann darüber, welcher Schritt für Sie der richtige ist, sprich, ob Sie vom Kaufvertrag zurücktreten, also das Auto zurückgeben, und/oder, ob Sie Schadensersatz verlangen können. Selbstverständlich gehen wir auch für Sie gegen den Verkäufer vor. Damit bleiben Ihre Rechte gewahrt, wenn Sie ein mangelhaftes Auto gekauft haben!

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