Privatkonkurs anmelden | So klappt der erfolgreiche Privatkonkurs

Lesen Sie hier, was Sie tun können, wenn Sie pleite sind

Die Begriffe „Privatkonkurs“ und „Konkurs“ haben seit der Rechtsreform von 1999 nur noch umgangssprachliche Bedeutung. An die Stelle der bis dahin geltenden Konkursordnung ist die bis heute rechtswirksame Insolvenzordnung (InsO) getreten.

Den Begriff „Privatkonkurs“ hat es in dieser Form in Deutschland, rechtlich gesehen, nie gegeben. Die Privatinsolvenz für Verbraucher wurde erst mit der Einführung der Insolvenzordnung geregelt und wird als „Verbraucherinsolvenzverfahren“ bezeichnet. Der allgemeine Begriff „Konkurs“ wird heute verwendet, wenn ernsthafte wirtschaftliche Schwierigkeiten auftreten.

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Privatinsolvenz für Verbraucher

Ein Privatkonkurs ist nur in der Schweiz bekannt. In Deutschland können überschuldete Privatpersonen durch ein erfolgreiches Verbraucherinsolvenzverfahren in den Genuss der Schuldenfreiheit kommen. Wir zeigen Ihnen, wie das funktioniert.

Ihr erster Schritt aus der Schuldenfalle

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Wann kann ein Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt werden?

Antrag PrivatkonkursIn einer Konkurssituation können die zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens notwendigen Anträge durch die von der Zahlungsunfähigkeit betroffene Person selbst oder durch jeden ihrer noch nicht befriedigten Gläubiger gestellt werden.

Bei einer juristischen Person sind diejenigen, die innerhalb von Vorstand und Aufsichtsgremien Verantwortung tragen, bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen dazu verpflichtet, einen Konkursantrag zu stellen. Geschäftsführern von Kapitalgesellschaften droht die Strafverfolgung, wenn sie nicht innerhalb einer Frist von drei Wochen nach dem Bekanntwerden der Zahlungsunfähigkeit den Insolvenzantrag beim zuständigen Amtsgericht stellen.

Als Privatperson droht Ihnen keine Strafanzeige, wenn Sie den schnellstmöglichen Termin zur Beantragung der Privatinsolvenz ungenutzt verstreichen lassen. Es gibt allerdings schon auch Fallkonstellationen, in denen Ihnen durch eine Verzögerung der Antragstellung Nachteile entstehen können. Etwa dann, wenn der Insolvenzschuldner während der Privatinsolvenz erbt.

Wer kann Privatkonkurs beziehungsweise Privatinsolvenz beantragen?

Privatkonkurs beantragenEinen Antrag zum Zwecke der Eröffnung eines Verbraucherinsolvenzverfahrens kann grundsätzlich jede volljährige, natürliche Person stellen, die nicht mehr dazu in der Lage ist, ihren finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Die Zahlungsunfähigkeit ist eine objektiv zu beurteilende Voraussetzung.

Wenn Sie über ein regelmäßiges Einkommen verfügen oder ihr Vermögen bei entsprechender Verwertung dazu genutzt werden könnte, Verbindlichkeiten zum Ausgleich zu bringen, liegt die Voraussetzung für den Konkursantrag möglicherweise nicht vor. Mangelndes Einkommen verhindert eine Privatinsolvenz übrigens nicht.

Trotz Vorliegen der Zahlungsunfähigkeit ist der Antrag auf Eröffnung eines Privatinsolvenzverfahrens dann nicht zulässig, wenn der Antragsteller selbstständig gewesen ist und bei mehr als 19 Gläubigern Verbindlichkeiten begründet hat, die er nun nicht mehr bedienen kann. Auch dann, wenn mindestens eine der Verbindlichkeiten Arbeitslohn oder andere, mit einem Arbeitsverhältnis im Zusammenhang stehende Leistungen zum Inhalt hat, entfällt die Berechtigung, einen Antrag auf Privatinsolvenz stellen zu können.

Falls Sie sich in dieser Situation befinden, bleibt Ihnen nur die Möglichkeit, die Eröffnung eines Regelinsolvenzverfahrens zu beantragen, um einen geregelten Schuldenausgleich herbeizuführen. Der Weg zu einer Restschuldbefreiung steht Ihnen dann allerdings nicht offen.

Welche Vorbereitungen sind für einen „Privatkonkurs“ notwendig?

Außergerichtliche Schuldenbereinigung PrivatkonkursWährend beim Konkurs eines Unternehmens vom Gericht ein Gutachter bestellt wird, um die dort bestehenden Vermögensverhältnisse vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens feststellen zu können, müssen Sie vor dem Antrag auf Privatinsolvenz selbstständig dafür sorgen, dass Ihre Zahlungsunfähigkeit nachgewiesen wird.

Bevor Sie allerdings Ihren Antrag auf Eröffnung eines Verbraucherinsolvenzverfahrens mit Aussicht auf Gewährung einer Restschuldbefreiung stellen können, sind einige Vorbereitungen notwendig:

  • Zusammenstellen von Unterlagen über Schuldenstand und Einkommen
  • Ausarbeitung eines Schuldentilgungsplanes
  • Versuch einer außergerichtlichen Einigung mit den Gläubigern
  • Ausarbeitung eines weiteren Tilgungsplanes für das Gericht
  • Antrag auf Erteilung der Restschuldbefreiung
  • Antrag auf Stundung der Verfahrenskosten

Zur Bewältigung dieser Aufgaben ist kaum ein Schuldner ohne sachkundige Hilfe in der Lage. Wir bieten Ihnen als Rechtsanwälte unsere Mithilfe an. Den notwendigen Schriftwechsel mit den Gläubigern und die Antragstellungen beim Insolvenzgericht führen wir gerne für Sie durch.

Als Rechtsanwälte sind wir eine „geeignete Stelle“ gemäß § 305 InsO, die Ihnen eine Bescheinigung über die Durchführung eines außergerichtlichen Schuldenbereinigungsversuches erteilen kann. Die Vorlage einer solchen Bescheinigung beim zuständigen Insolvenzgericht ist für die Erteilung der Restschuldbefreiung zwingend notwendig.

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Weiterer Verlauf eines Verbraucherinsolvenzverfahrens

Endlich schuldenfreiNach Antragstellung werden beim Insolvenzgericht die Voraussetzungen für die Eröffnung des Konkursverfahrens überprüft. Handelt es sich um ein Verbraucherinsolvenzverfahren, hat das Gericht die Möglichkeit, vor der Eröffnung noch einen eigenen, gerichtlichen Einigungsversuch anzuordnen. Dies geschieht in der Regel nur dann, wenn ein einzelner Gläubiger sich der außergerichtlichen Einigung entgegengestellt hatte und das Gericht deshalb eine Regelungsmöglichkeit sieht.

Zur Eröffnung des Privatinsolvenzverfahrens, das mit der begehrten Restschuldbefreiung endet, ist es erforderlich, die Verfahrenskosten einzuzahlen. Können die Verfahrenskosten nicht aufgebracht werden, kann die Eröffnung des Insolvenzverfahrens deshalb abgewiesen werden. Weil die Abweisung der Eröffnung die Restschuldbefreiung verhindern würde, sollten Sie von der Möglichkeit Gebrauch machen, schon bei der Antragstellung eine Stundung der Verfahrenskosten zu beantragen.

Nach der Eröffnung des Privatinsolvenzverfahrens sind Sie dazu verpflichtet, jedes die Pfändungsfreigrenze überschreitende Einkommen an den zur Verwaltung bestimmten Insolvenzverwalter beziehungsweise Treuhänder abzuführen, der die eingehenden Zahlungen gleichmäßig an die Gläubiger verteilt. Nach geltendem Recht dauert die anschließende Wohlverhaltensphase maximal sechs Jahre. Nach deren Ablauf erlangen Sie endgültige Schuldenfreiheit. Dann hat es auch mit dem sogenannten Privatkonkurs geklappt!

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