Urlaubsgeld

Hier erfahren Sie Wissenswertes zum Urlaubsgeld

Das Urlaubsgeld ist eine Gratifikation, auf die der Arbeitnehmer zwar keinen gesetzlichen Anspruch hat, wohl aber in vielen Fällen aufgrund privatrechtlicher Vereinbarungen. Wie hoch das Urlaubsgeld ausfällt, entscheidet alleine der Arbeitgeber.

Der Begriff „Urlaubsgeld“ wird häufig mit dem Begriff des „Urlaubsentgelts“ durcheinander geworfen. Allerdings sind diese Begriffe nicht deckungsgleich. Beim Urlaubsentgelt handelt es sich um eine Fortzahlung des durchschnittlichen Entgelts während des Urlaubs. Der Anspruch auf Urlaubsentgelt ergibt sich aus § 11 BUrlG. Beim Urlaubsgeld handelt es sich hingegen um eine klassische Gratifikation, also eine Sonderzahlung des Arbeitgebers, die er an Sie ausbezahlt.

Rechtliche Grundlage des Anspruchs

Wie eingangs schon erwähnt hat der Arbeitnehmer keinen grundsätzlichen Anspruch auf ein Urlaubsgeld. Während viele Arbeitnehmer gar kein Urlaubsgeld erhalten, erhalten wieder andere sogar mehr als ein 13. Monatsgehalt als Urlaubsgeld. Der Anspruch kann aus folgenden Rechtsquellen entstehen:

  • Arbeitsvertrag
  • Betriebsvereinbarung
  • Tarifvertrag
  • betriebliche Übung
  • Gleichbehandlungsgrundsatz

Eine betriebliche Übung entsteht, wenn Ihnen Ihr Arbeitgeber mindestens dreimal Urlaubsgeld gewährt, ohne eine Ausschlussklausel anzuwenden, die die Freiwilligkeit der Leistung feststellt. Es entsteht ein rechtlicher Anspruch auf das Urlaubsgeld, ohne dass es einer schriftlichen Vereinbarung bedürfte. Diesen Anspruch können Sie notfalls sogar vor dem Arbeitsgericht einklagen.

Der Anspruch kann auch aus dem Gleichbehandlungsgrundsatz entstehen. Wenn Ihr Arbeitgeber beispielsweise allen Vollzeitkräften ein Urlaubsgeld bezahlt, aber Sie als Teilzeitkraft oder Minijobber außen vor lässt, so haben Sie dennoch einen Anspruch auf Urlaubsgeld. Auch diesen können Sie vor dem Arbeitsgericht geltend machen. Allerdings darf bei Beschäftigten, die nicht die volle Wochenstundenzahl leisten, anteilig gekürzt werden.

Höhe

Nachdem Sie keinen gesetzlichen Anspruch auf Urlaubsgeld haben, gibt es auch keinen offiziellen Richtwert für das Urlaubsgeld. Die Höhe wird entweder einzelvertraglich festgelegt oder über das Kollektivarbeitsrecht zwischen Betriebsrat und Arbeitgeber oder zwischen den Tarifparteien ausgehandelt. In manchen Unternehmen erhalten einzelne Mitarbeiter ein höheres Urlaubsgeld als andere, nämlich wenn der Familienstand und/oder die Anzahl der Kinder bei der Höhe des Urlaubsgelds eine Rolle spielen. Auch eine Berücksichtigung der Arbeitszeit kann unter Umständen eine Erhöhung des Urlaubsgelds zur Folge haben.

Der Regelfall wird es allerdings sein, dass das Urlaubsgeld eher gekürzt wird. Dies kann in folgenden Fällen vorkommen:

  • Sie konnten Ihren Urlaub wegen einer Erkrankung nicht in Anspruch nehmen.
  • Sie sind unterjährig in das Unternehmen eingetreten oder ausgeschieden.
  • Ihr Arbeitsverhältnis wurde durch eine Kündigung beendet.
  • Sie arbeiten nicht die volle Wochenarbeitszeit.
  • Sie sind noch nicht so lange im Unternehmen wie vom Arbeitgeber für den Bezug von Urlaubsgeld gefordert wird.

Auszahlung

In der Praxis kommen zwei Varianten zum Einsatz, wie das Urlaubsgeld ausbezahlt werden kann. Meist wird es als Einmalzahlung im Rahmen eines Gehalts im Sommer, meist im Mai oder Juni, ausgezahlt. Es besteht aber auch die Möglichkeit, das Urlaubsgeld jeweils nach der tatsächlichen Inanspruchnahme der Urlaubstage auszuzahlen. Beispiel: Sie erhalten mit der Lohnabrechnung für April 1/6 Ihres Urlaubsgeldes, da Sie in diesem Monat fünf Ihrer 30 Urlaubstage genommen haben.

Rückzahlung

Wenn Sie selbst kündigen oder Ihnen Ihr Arbeitgeber die Kündigung ausspricht, müssen Sie zu viel geleistetes Urlaubsgeld zurückzahlen. Dies ist regelmäßig dann der Fall, wenn Ihnen Ihr Arbeitgeber das Urlaubsgeld für das gesamte Jahr als Einmalzahlung ausgezahlt hat, Sie aber unterjährig ausscheiden und nicht den kompletten Jahresurlaub in Anspruch nehmen konnten. Ihr Urlaubsanspruch wird dann rückwirkend gekürzt und dementsprechend kann auch Ihr Urlaubsgeld gekürzt werden. Ihr Arbeitgeber hat das Recht, diese Rückzahlung bei der nächsten Lohnzahlung einzubehalten.

Urlaubsgeld: Sozialversicherung und Steuern

Beim Urlaubsgeld handelt es sich um Arbeitslohn, weshalb dieser einkommensteuerpflichtig ist. Ebenso müssen auf diesen Betrag Beiträge zur Sozialversicherung abgeführt werden. Wenn Sie in einem Minijob arbeiten, müssen Sie darauf achten, dass Ihr Arbeitslohn die Grenze von 400 Euro nicht überschreitet, da Sie sonst sozialversicherungspflichtig werden.

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