10 Fragen zur Privatinsolvenz | 10 wichtige Antworten

Lesen Sie hier Wichtiges zur Verbraucherinsolvenz

Sie haben hohe Schulden und denken jetzt sogar darüber nach, eventuell eine Privatinsolvenz anzumelden? Vorab haben Sie aber noch einige Fragen, die Sie bewegen und die unbedingt geklärt werden müssen?

Lesen Sie hier kurz und knapp die Antworten, die Sie hinsichtlich einer Verbraucherinsolvenz interessieren dürften.

1. Was passiert mit Ihrem Fahrzeug?

Auto PrivatinsolvenzGrundsätzlich gehört ein Fahrzeug in die Insolvenzmasse und ist durch den Insolvenzverwalter (bei einer Privatinsolvenz Treuhänder genannt) zu verwerten. Hat das Fahrzeug allerdings keinen allzu hohen Wert und wird von Ihnen für die Ausübung Ihres Berufes benötigt oder ist Ihnen eine Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel unzumutbar, so dürfen Sie das Auto, Motorrad etc. behalten.

Letztlich obliegt die Entscheidung Ihrem späteren Treuhänder. Auch kann diesem angeboten und mit ihm voraussichtlich vereinbart werden, dass Auto aus der Insolvenzmasse für einen angemessenen Betrag „auszukaufen“.

2. Was geschieht mit Ihrem Bankkonto?

Konto VerbraucherinsolvenzNatürlich haben Sie das Recht auf ein eigenes Bankkonto. Ratsam ist es, vor allem wenn Ihr bestehendes Konto einen Minusbestand aufweist, ein neues Konto zu eröffnen. Dieses können Sie bei einer Bank Ihrer Wahl einrichten.

Fragen Sie unbedingt nach einem sogenannten Pfändungsschutz-Konto oder auch P-Konto. Das P-Konto schützt Sie vor Pfändungen und die Bank ist verpflichtet, Ihnen ein solches Konto einzurichten. Ein weiterer Vorteil des P-Kontos ist, dass dieses nicht zur Insolvenzmasse gehört. Der Treuhänder kann also lediglich das Guthaben, welches über der sogenannten Sockelgrenze liegt, zur Insolvenzmasse ziehen und damit verwerten.

Wir empfehlen Ihnen an dieser Stelle ergänzend unseren Artikel, der sich mit SCHUFA-Einträgen und der Privatinsolvenz beschäftigt.

3. Was passiert mit Ihren Versicherungen?

Auch privat abgeschlossene Versicherungen gehören ab Eröffnung der Privatinsolvenz zur Insolvenzmasse. Der Treuhänder wird die Versicherungen wohl kündigen und ein bestehendes Guthaben zur Insolvenzmasse ziehen.

4. Wie verhält es sich mit Ihrer Immobilie?

Immobilie InsolvenzAuch hier verhält es sich nicht anders. Ihre Immobilie gehört mit Eröffnung des Verbraucherinsolvenzverfahrens in die Insolvenzmasse. Der Treuhänder wird diese ebenso verwerten.

Die Bank wird das Ihnen gewährte Darlehen ohnehin kündigen. Allerdings fällt die Forderung der Bank dann auch Ihrem Verbraucherinsolvenzverfahren zum Opfer, sodass Sie diese nach erfolgreichem Abschluss des Verfahrens nicht mehr begleichen müssen.

5. Was geschieht mit Ihrer Mietwohnung?

Ein Mietverhältnis besteht über die Insolvenz hinaus fort. Eventuell kann der Treuhänder – sofern er dies für erforderlich hält – ordentlich kündigen, da die monatliche Miete eine sogenannte Masseforderung darstellt und prinzipiell aus der Insolvenzmasse bezahlt werden muss.

Jedoch werden in den meisten Fällen die Mietverhältnisse vom Insolvenzverwalter aus dem Insolvenzbeschlag freigegeben. Die Miete ist dann wieder von Ihnen zu bezahlen. Sie können also voraussichtlich in Ihrer Mietwohnung bleiben.

6. Was passiert mit Ihrem Einkommen?

Einkommen InsolvenzverfahrenMit Eröffnung des Insolvenzverfahrens treten Sie Ihr pfändbares Einkommen an den Treuhänder ab. Abhängig von Ihren Unterhaltspflichten und Ihrem monatlichen Nettoeinkommen, müssen Sie einen gewissen Betrag an die Insolvenzmasse abführen, dies für die Dauer der Insolvenz.

Sollten Sie alleine sein und Ihr Nettoeinkommen unterhalb der Pfändungsfreigrenze von 1.049 Euro liegen, müssten Sie keinerlei Beträge abführen. Liegt es darüber, bedarf es einer gesonderten Berechnung, da der Selbstbehalt von Fall zu Fall variiert.

7. Wie verhält es sich mit bisherigen Pfändungen?

Im eröffneten Insolvenzverfahren verhält es sich so, dass Ihre Insolvenzgläubiger keine Pfändungen mehr vornehmen dürfen. Gemäß der Insolvenzordnung (InsO) sind Zwangsvollstreckungsmaßnahmen einzelner Insolvenzgläubiger während der Dauer des Insolvenzverfahrens weder in die Insolvenzmasse noch in Ihr sonstiges Vermögen zulässig.

Lesen Sie unbedingt auch unseren informativen Artikel zur Privatinsolvenz und den Unterhaltsansprüchen.

8. Wie läuft eine Privatinsolvenz ab?

Ablauf PrivatinsolvenzAls erster Schritt muss zunächst, nach dem Scheitern des zwingend vorzunehmenden außergerichtlichen Schuldenbereinigungsversuches, der Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens beim zuständigen Insolvenzgericht gestellt werden. Nach erfolgter Eröffnung des Verfahrens und Bestellung eines Treuhänders, wird sich dieser zunächst einen Überblick über Ihre gesamte Vermögens- und Schuldensituation machen. Nachdem dann alle Vermögenswerte verwertet wurden und die Insolvenzgläubiger ihre Forderungen zur Insolvenztabelle angemeldet haben, wird das Verfahren vom Insolvenzgericht aufgehoben. Hiernach schließt sich dann die Wohlverhaltensperiode an, in welcher bestimmte Pflichten von Ihnen zu erfüllen sind. Sodann wird Ihnen die gewünschte Restschuldbefreiung erteilt.

9. Wie lange dauert ein Insolvenzverfahren?

Die Dauer einer Privatinsolvenz hängt von gewissen Voraussetzungen ab:

  • Wenn Sie 35 Prozent aller Schulden sowie die gesamten Verfahrenskosten zurückzahlen können, verkürzt sich die Insolvenz auf drei Jahre.
  • Wenn Sie die gesamten Verfahrenskosten zurückzahlen können, verkürzt sie sich auf fünf Jahre.
  • Ansonsten gilt die regelmäßige Insolvenzdauer von sechs Jahren.

10. Was kostet eine Verbraucherinsolvenz?

Kosten PrivatinsolvenzverfahrenSo ganz kostenlos ist eine private Insolvenz zwar nicht, den – zwingend notwendigen – Versuch einer außergerichtlichen Schuldenbereinigung führen wir aber entweder auf Basis eines Beratungshilfescheines oder gegen Zahlung eines moderaten Pauschalhonorares durch.

Die Kosten des eigentlichen, nämlich gerichtlichen, Verbraucherinsolvenzverfahrens hängen unter anderem von der Höhe Ihres vorhandenen Vermögens ab. Sie müssen aber mit Verfahrenskosten sowie Treuhänderkosten von zirka 1.500 Euro bis 2.000 Euro rechnen. Wenn ein möglicher Antrag auf Verfahrenskostenstundung gestellt wird, fallen diese Kosten allerdings erst nach Aufhebung des Insolvenzverfahrens an und werden Ihnen später gegebenenfalls sogar erlassen.

Haben Sie noch weitere Fragen, die im Zusammenhang mit dem Thema „Privatinsolvenz“ stehen? Zögern Sie nicht und kontaktieren Sie uns. Wir helfen Ihnen gerne weiter und stehen Ihnen – egal wo Sie in Deutschland wohnen – bei.

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