Adoption | Rechtslexikon zum Familienrecht

Lesen Sie hier Wissenswertes zur Adoption

Geben die Eltern ein Kind zur Adoption frei, dann enden die verwandtschaftlichen Beziehungen zwischen dem Kind und den Eltern vollständig. Das bedeutet, dass die Herkunftsfamilie ihre Rechte und Pflichten gegenüber dem Kind abgeben und die Adoptivfamilie diese übernimmt.

Das Kind wird durch die Adoption einem leiblichen Kind gleichgestellt. Für alle Beteiligten hat eine Adoption deshalb weitreichende rechtliche Konsequenzen. In erster Linie sind dies unterhaltsrechtliche und erbrechtliche Konsequenzen. Die Adoptiveltern haben die elterliche Sorge für das minderjährige Kind.

Das Adoptivkind erhält nicht nur den Wohnsitz der Adoptiveltern, sondern auch deren Staatsangehörigkeit und den Familiennamen.

Wie wird eine Adoption amtlich vollzogen?

Die Adoption erfolgt durch einen Beschluss des Familiengerichts, also durch das zuständige Amtsgericht.

Das Familiengericht hat unter Einbindung des Jugendamts zu prüfen, ob die Adoption dem Wohl des Kindes dient und ob zu erwarten ist, dass zwischen den Adoptiveltern und dem Kind ein echtes Eltern-Kind-Verhältnis entsteht. Um Fehlentscheidungen möglichst auszuschließen, soll nach § 1741 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) dem gerichtlichen Adoptionsbeschluss eine angemessene Pflegezeit vorausgehen.

Einwilligung der leiblichen Eltern vonnöten

Die leiblichen Eltern des Kindes müssen der Adoption zustimmen. Diese Einwilligung kann erst erfolgen, wenn das Kind acht Wochen alt ist. Sind die Eltern nicht miteinander verheiratet, kann der Vater seine Einwilligung schon vor der Geburt des Kindes abgeben.

Die elterlichen Einwilligungen müssen notariell beurkundet sein, dürfen keine Bedingungen oder Befristungen enthalten und sind unwiderruflich. Mit der Einwilligung wird das Jugendamt Vormund des Kindes, die elterliche Sorge der leiblichen Eltern ruht. Sie haben dann auch kein Umgangsrecht mehr.

Wer kann ein Kind adoptieren?

Wer ein Kind adoptieren möchte, muss unbeschränkt geschäftsfähig und mindestens 25 Jahre alt sein. Bei einer gemeinschaftlichen Adoption durch ein Ehepaar muss einer der Ehegatten ein Mindestalter von 25 Jahren haben und der andere Ehegatte muss mindestens 21 Jahre alt sein.

Nichtverheiratete können ein Kind nur alleine adoptieren, nicht mit einem anderen gemeinsam. Ehepaare dagegen können ein Kind nur gemeinsam adoptieren. Im Rahmen einer sogenannten Stiefkindadoption kann ein Ehegatte aber ein Kind des anderen Ehegatten annehmen.

Personen, die in einer gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaft leben, können nach derzeitiger Rechtslage nicht gemeinschaftlich adoptieren. Es besteht aber die Möglichkeit einer Stiefkindadoption nach § 9 Lebenspartnerschaftsgesetz (LPartG). Dabei kann der eine Lebenspartner das leibliche Kind des anderen Lebenspartners annehmen.

Soll ein Kind aus dem Ausland adoptiert werden, kann ausländisches Recht auf die Adoption Anwendung finden. Im Übrigen müssen für die Adoption eines Kindes im Ausland die Adoptiveltern grundsätzlich die gleichen Voraussetzungen erfüllen, wie bei einer inländischen Adoption.

Wohin wegen einer Adoption wenden?

Wenn man eine Adoption in Erwägung zieht, sollte man sich an eine Adoptionsvermittlungsstelle des Jugendamtes wenden. Anwälte, Notare oder Bekannte können keine Kinder zur Adoption vermitteln. Die Adoptionsvermittlungsstelle informiert und berät zum Adoptionsverfahren. Sie trifft auch die Entscheidung über die Eignung als Adoptiveltern. Wichtig zu wissen: Es besteht nur ein Rechtsanspruch auf die Überprüfung der Eignung, nicht aber auf die Feststellung der Eignung.

Arten und Formen einer Adoption

  1. Stiefkindadoption: Wenn die Ehegatten miteinander verheiratet sind und ein Ehegatte bereits ein Kind hat, kann dieses vom anderen Ehegatten adoptiert werden. Beide Elternteile müssen der Adoption zustimmen.
  2. Verwandtenadoption: Wenn die Eltern sterben oder aus einem anderen Grund nicht in der Lage sind für ihr Kind zu sorgen, können Verwandte, zum Beispiel Tante oder Onkel, das Kind in der Familie aufnehmen und dieses adoptieren. Leben die Elternteile noch, müssen diese der Adoption zustimmen.
  3. Fremdadoption: Die Adoptionsvermittlungsstelle schlägt den Adoptiveltern ein unbekanntes Kind vor. Das Kind kann vom Inland oder Ausland sein.
  4. Internationale Adoption: Ist gemeint, wenn ein Kind adoptiert werden soll, welches seinen gewöhnlichen Aufenthalt im Ausland hat. Zuständig sind hier die Auslandsvermittlungsstellen.
  5. Offene Adoption: Bei einer offenen Adoption sind sich die leiblichen Eltern und die Adoptiveltern bekannt.
  6. Halboffene Adoption: Bei einer halboffenen Adoption besteht die Möglichkeit, dass die leiblichen Eltern mit den Adoptiveltern über die Adoptionsvermittlungsstelle in Kontakt treten.
  7. Inkognitoadoption: Bei einer Inkognitoadoption kennen sich die leiblichen Eltern und die Adoptiveltern nicht und haben auch keinen Kontakt zueinander.
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