Düsseldorfer Tabelle | Rechtslexikon zum Familienrecht | Düsseldorfer Tabelle

Mit Düsseldorfer Tabelle Kindesunterhalt berechnen

Düsseldorfer TabelleMütter und Väter müssen für ihre Kinder Unterhalt bezahlen, wenn diese nicht bei ihnen im Haushalt leben, beispielsweise nach einer Trennung oder Scheidung. Allerdings darf die Unterhaltspflicht nicht das komplette Einkommen beanspruchen, sondern nur einen angemessenen Teil davon. Schließlich haben auch Unterhaltspflichtige einen Anspruch darauf, ihren notwendigen Eigenbedarf zu decken. Das ist der sogenannte Selbstbehalt.

Aus der Düsseldorfer Tabelle ergibt sich, wie viel Unterhalt für Kinder bezahlt werden muss. Dieser Unterhaltsbedarf hängt vom (bereinigten) Nettoeinkommen des oder der Unterhaltspflichtigen und vom Alter des Kindes ab.

Direkt ablesen lassen sich die Zahlbeträge aus der Tabelle deshalb nicht. Für die Berechnung des Unterhalts müssen auch das Kindergeld, die Zahl der Unterhaltspflichtigen und andere Aspekte berücksichtigt werden.

Die Düsseldorfer Tabelle wird vom Oberlandesgericht Düsseldorf festgelegt. Sie ist kein Gesetz, sondern eine Richtlinie. Richter müssen sich nicht daran halten. Die Tabelle hat sich in der Rechtsprechung aber längst durchgesetzt, und zwar bundesweit. In den allermeisten Fällen orientiert sich das Jugendamt oder ein Familiengericht beim Festlegen der Unterhaltsverpflichtung daran.

Übrigens macht es für die Höhe der Unterhaltspflicht keinen Unterschied, ob die Eltern verheiratet waren oder nicht und ob sie getrennt leben oder geschieden wurden.

Auf wen ist die Düsseldorfer Tabelle anwendbar?

Die Düsseldorfer Tabelle ist auf alle anwendbar, die ein Nettoeinkommen von bis zu 5.100 Euro im Monat erzielen und Barunterhalt für eines oder mehrere Kinder bezahlen müssen. Diese Kinder können minderjährig oder bereits volljährig sein.

Die Düsseldorfer Tabelle gilt nicht nur für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, sondern auch für Rentner und Selbstständige sowie für Arbeitslose.

Düsseldorfer Tabelle 2017 und 2018

Die aktuelle Version der Düsseldorfer Tabelle gilt seit dem 1. Januar 2017. Sie wird voraussichtlich zum Jahresbeginn 2019 aktualisiert werden.

Der Prozentwert gibt an, wie viel der Unterhalt der jeweiligen Einkommensgruppe in Bezug auf den Mindestunterhalb (erste Einkommensgruppe) beträgt.

Einkommens-gruppeNettoeinkommen

des Unterhalts- pflichtigen

AltersstufenProzent-
satz
Bedarfs-
kontroll-
satz
  0 – 5 Jahre6 – 11 Jahre12 – 17 Jahreab 18 Jahren  
1.bis 1.500 €342393460527100 
2.1.501 bis 1.900 €3604134835541051.180 €
3.1.901 bis 2.300 €3774335065801101.280 €
4.2.301 bis 2.700 €3944525296071151.380 €
5.2.701 bis 3.100 €4114725526331201.480 €
6.3.101 bis 3.500 €4385045896751281.580 €
7.3.501 bis 3.900 €4665356267171361.680 €
8.3.901 bis 4.300 €4935666637591441.780 €
9.4.301 bis 4.700 €5205987008021521.880 €
10.4.701 bis 5.100 €5486297368441601.980 €
Ab 5.101 €einzelfallabhängige Festlegung

Düsseldorfer Tabelle 2017 Zahlbetrag

Die Zahlenwerte der Düsseldorfer Tabelle entsprechen nicht dem Zahlbetrag, den der oder die Unterhaltspflichtige leisten muss. Um den Zahlbetrag zu ermitteln, wird vom Unterhaltsanspruch laut Tabelle zunächst das halbe Kindergeld abgezogen. Anschließend muss kontrolliert werden, ob nach Abzug aller Unterhaltsansprüche der vom Nettoeinkommen verbleibende Betrag den Bedarfskontrollbetrag (siehe unten) für die jeweilige Einkommensgruppe nicht unterschreitet.

Außerdem muss geprüft werden, ob für den Unterhaltspflichtigen der angemessene Selbstbehalt (siehe unten) übrigbleibt. Dieser Wert liegt im Regelfall bei 1.080 Euro für Erwerbstätige, für nicht Erwerbstätige bei 880 Euro.

Düsseldorfer Tabelle 2017: Selbstbehalt

Die Unterhaltsverpflichtung darf nie so hoch ausfallen, dass dem Unterhaltspflichtigen selbst nicht mehr genug zum Leben bleibt. Das Existenzminimum muss gedeckt sein. Dieser sogenannte Selbstbehalt ist unterschiedlich hoch, je nachdem, ob der Unterhaltspflichtige erwerbstätig ist oder nicht. Er wird vom bereinigten Nettoeinkommen (s.u.) abgezogen.

Der Selbstbehalt beträgt:

  • 880 Euro für nicht Erwerbstätige
  • 080 Euro für nicht Erwerbstätige

In diesen Werten sind 380 Euro für Miete (warm, mit Nebenkosten) enthalten. Da dieser Wert nur selten die tatsächlichen Miete abdeckt, kann der Selbstbehalt entsprechend den tatsächlichen Mietkosten erhöht werden. (Diese dürfen aber nicht unangemessen hoch sein).

Der Selbstbehalt fällt höher aus als die genannten Werte, falls das unterhaltspflichtige Kind

  • bereits 21 Jahre oder älter oder
  • bereits verheiratet oder
  • volljährig ist, nicht mehr zu Hause wohnt und/oder nicht mehr zur Schule geht.

In diesem Fall liegt ein angemessener Selbstbehalt bei mindestens 1.300 Euro. Dieser Betrag enthält dann 480 Euro Warmmiete.

Düsseldorfer Tabelle 2017: Kontrollbetrag

Der Bedarfskontrollbetrag, der in der Düsseldorfer Tabelle zu jeder Einkommensgruppe angegeben ist, stellt eine Art Sicherheitsmechanismus dar. Wenn sämtliche Unterhalsverpflichtungen vom Nettoeinkommen abgezogen wurden, muss mindestens der Bedarfskontrollbetrag übrigbleiben.

Dieser Mechanismus ist vor allem dann relevant, wenn gegenüber mehreren Kindern Unterhalt geleistet werden muss und die Gesamtunterhaltsverpflichtung sich zu einer entsprechend hohen Forderung summiert. Der Bedarfskontrollbetrag soll in solchen Fällen eine übermäßige Belastung des oder der Unterhaltspflichtigen verhindern.

Bei Unterschreiten dieses Werts wird der oder die Unterhaltspflichtige in die nächstniedrigere Einkommensgruppe eingeordnet, so dass die Unterhaltsverpflichtungen niedriger ausfallen.

Falls auch in dieser Einkommensgruppe der Bedarfskontrollbetrag noch unterschritten wird, führt das zur Einstufung in die nächste darunterliegende Einkommensgruppe. Das kann so bis zur ersten, untersten Einkommensgruppe weitergehen.

Düsseldorfer Tabelle 2017 abzüglich Kindergeld

Kindergeld wird immer an den Elternteil ausgezahlt, bei dem das Kind wohnt. Allerdings steht es grundsätzlich beiden Eltern je zur Hälfte zu. Daraus folgt, dass der unterhaltspflichtige Elternteil das ihm rechnerisch zustehende, halbe Kindergeld vom Unterhaltsbedarf abziehen darf.

Der Kindergeldabzug gestaltet sich für die 2017 geltende Höhe an Kindergeld wie folgt:

Wie viele Kinder?KindergeldhöheAbziehbar vom Unterhaltsbedarf:
erstes und zweites Kind192 Euro96 Euro
drittes Kind198 Euro99 Euro
viertes und jedes weitere Kind223 Euro111.50 Euro

 

Im Jahr 2018 wird sich das Kindergeld um jeweils zwei Euro erhöhen, damit ergibt sich:

Wie viele Kinder?KindergeldhöheAbziehbar vom Unterhaltsbedarf:
erstes und zweites Kind194 Euro97 Euro
drittes Kind200 Euro100 Euro
viertes und jedes weitere Kind225 Euro112.50 Euro

Düsseldorfer Tabelle: Der Mindestunterhalt

Die Düsseldorfer Tabelle legt einen Mindestunterhalt für den Fall fest, dass der Unterhaltspflichtige ein bereinigtes Nettoeinkommen von höchstens 1.500 Euro monatlich erzielt. Der Mindestunterhalt kann auch dann gelten, wenn es mehrere unterhaltsberechtigte Kinder gibt und deren gesamter Unterhaltsanspruch dazu führt, dass der Bedarfskontrollsatz für die eigentlich gültige Einkommensgruppe unterschritten wird (s.o.).

Die Düsseldorfer Tabelle für 2017 legt als Mindestunterhalt für Kleinkinder bis 5 Jahre 342 Euro, für 6- bi s 11-Jährige 393 Euro, für 12- bis 17-Jährige 460 Euro und für volljährige unterhaltsberechtigte Kinder 527 Euro im Monat als Mindestunterhalt fest.

Düsseldorfer Tabelle 2017: Höchstsatz

Die Düsseldorfer Tabelle legt Unterhaltsansprüche nur für ein (bereinigtes) Nettomonatseinkommen bis 5.100 Euro fest. Wenn der Unterhaltspflichtige mehr verdient und diesen Höchstsatz überschreitet, wird eine Unterhaltsregelung nach dem konkreten Einzelfall getroffen.

In solchen Fällen muss das unterhaltsberechtigte Kind oder der Elternteil, bei dem es lebt, glaubhaft machen können, dass sein Unterhaltsbedarf den Höchstsatz der Düsseldorfer Tabelle überschreitet.

Düsseldorfer Tabelle: Bereinigtes Nettoeinkommen

Das für die Düsseldorfer Tabelle maßgebliche Einkommen ist das sogenannte bereinigte Nettoeinkommen.

Um das bereinigte Nettoeinkommen zu erhalten, werden vom Bruttoeinkommen zunächst Sozialversicherungsabgaben und Einkommensteuer abgezogen. Von dem so erhaltenen Nettoeinkommen müssen dann noch wiederkehrende Fixkosten abgerechnet werden. Die Liste dieser Kosten umfasst anrechenbare Aufwendungen u. a. für eine zusätzliche Altersvorsorge oder eine private Krankenversicherung, Fahrkosten zur Arbeitsstelle, Kosten für Arbeitskleidung, Krankheitskosten oder Kredittilgung.

Darüber, welche Kosten tatsächlich abgezogen werden dürfen, um im Einzelfall das konkrete bereinigte Nettoeinkommen zu erhalten, entscheidet im Zweifel das Familiengericht.

Düsseldorfer Tabelle: Anrechenbare Aufwendungen

Für den Unterhalt ist grundsätzlich nicht das Nettoeinkommen, sondern das bereinigte Nettoeinkommen ausschlaggeben. Das bedeutet: Der Unterhaltspflichtige kann darauf bestehen, dass Aufwendungen verschiedener Art von seinem Nettoeinkommen abgezogen werden, und so den Unterhaltanspruch vermindern.

Berufsbedingte Aufwendungen

Anrechenbar sind beispielsweise Aufwendungen für Berufskleidung, notwendige Fortbildungen, Kfz-Unterhaltskosten, falls das Fahrzeug beruflich benötigt wird, außerdem Kosten für berufsständische Kammern oder eine Gewerkschaft und auch die Kosten für einen beruflich veranlassten Zweitwohnsitz.

Berücksichtigungsfähige Schulden

Wenn der oder die Unterhaltspflichtige einen Kredit abbezahlt, stellen Ausgaben für die Tilgung und die Darlehenszinsen im Grundsatz anrechenbare Aufwendungen dar. Allerdings muss der Kredit in Bezug auf Einkommen und Lebensweise angemessen sein. Auch der Zeitpunkt der Kreditaufnahme spielt eine Rolle.

Altersvorsorge

Bis zu fünf Prozent der Vorjahreseinkünfte bei Arbeitnehmern und bis zu 24 Prozent bei Selbstständigen können als anrechenbare Aufwendungen vom Nettoeinkommen abgezogen werden, wenn sie nachweislich für die private Altersvorsorge verwendet wurden. Dabei muss es sich nicht um ein klassisches Altersvorsorgeprodukt wie eine Lebensversicherung handeln. Das Geld kann grundsätzlich auch zur Finanzierung einer Eigentumswohnung dienen.

Düsseldorfer Tabelle bei Selbstständigen

Bei Selbstständigen, die unterhaltspflichtig sind, ist die Ermittlung des monatlichen Nettoeinkommens komplizierter. Schließlich gibt es hier kein Nettogehalt, das per Lohnabrechnung einfach nachweisbar wäre.

Stattdessen wird der Gewinn der letzten drei Jahre als Basis für die Einkommensberechnung genommen. Dieser Gewinn wird gemittelt und durch zwölf geteilt. Das Ergebnis bestimmt die Einkommensgruppe, die in Bezug auf die Düsseldorfer Tabelle angewandt wird.

Selbstständige haben allerdings einen großen Nachteil: Sie dürfen im Gegensatz zu Arbeitnehmern keine berufsbedingten Aufwendungen vom Gewinn abziehen.

Auch Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH werden unterhaltsrechtlich als Selbstständige behandelt.

Düsseldorfer Tabelle: Rentner

Rentner werden in Bezug auf den Kindesunterhalt nicht anders behandelt als Berufstätige: Ihre Rentenhöhe bestimmt, welche Einkommensgruppe bei der Ermittlung des Bedarfssatzes zum Tragen kommt. Der Zahlbetrag ermittelt sich genau wie bei anderen Unterhaltspflichtigen.

Düsseldorfer Tabelle 2017: sonstige Infos

Alle minderjährigen Kinder werden in der Rangfolge der Unterhaltsansprüche gleichbehandelt.

Seit 2010 ist die Düsseldorfer Tabelle auf das Szenario ausgelegt, dass es zwei Unterhaltsberechtigte gibt, die Ansprüche gegen den Unterhaltsschuldner stellen können.

Wenn nur ein unterhaltspflichtiges Kind da ist, wird der Unterhaltspflichtige deshalb in der Regel in die nächsthöhere Einkommensstufe eingestuft. Gibt es mehr als zwei Unterhaltsberechtigte, erfolgt dagegen normalerweise eine entsprechende Herabstufung in eine niedrigere Einkommensgruppe.

bei einem Kind:

Der Unterhaltsbedarf eines Kindes lässt sich aus der Tabelle ermitteln, indem man in der passenden Einkommensgruppe den Wert sucht, der als Bedarfssatz dem Alter des Kindes zugeordnet ist.

Hier gilt allerdings, wenn keine weitere Unterhaltsverpflichtung vorliegt, in der Regel die nächsthöhere Einkommensgruppe und nicht die, die dem tatsächlichen bereinigten Nettoeinkommen entspricht.

bei zwei Kindern:

Haben zwei Kinder einen Unterhaltsanspruch gegenüber dem oder der Unterhaltspflichtigen, werden die Bedarfssätze nach dem tatsächlich passenden Einkommensgruppe ausgewählt, vorausgesetzt, es liegt nicht noch eine weitere Unterhaltspflicht vor.

bei drei Kindern

Bei drei Kindern summieren sich die Unterhaltspflichten bereits auf bedeutende Summen. Deshalb kann spätestens hier der Bedarfskontrollsatz unterschritten werden – selbst wenn, wie im Regelfall, schon von vornherein die nächstniedrigere Einkommensgruppe gewählt wird.

bei volljährigem Kind

Ein volljähriges Kind hat einen etwa um die Hälfte höheren Bedarfssatz als ein Kleinkind. Bis zum 21 Lebensjahr werden volljährige Kinder ansonsten wie minderjährige Kinder behandelt, falls sie beim anderen Elternteil leben und sich noch in der Schulausbildung befinden.

Allerdings gibt es einen großen Unterschied: Der Naturalunterhalt des Elternteils, bei dem das Kind lebt, verliert seine Bedeutung. Stattdessen sind jetzt beide Eltern zum Barunterhalt verpflichtet. Das bereinigte Nettoeinkommen beider Eltern wird addiert. Die Summe bestimmt die Einkommensgruppe, aus der gemäß Düsseldorfer-Tabelle der Bedarfssatz ermittelt wird. Diesen Betrag müssen beide Eltern bezahlen, allerdings nicht jeweils zur Hälfte, sondern gemäß dem Einkommensverhältnis. Ihr Selbstbehalt und weitere Unterhaltsverpflichtungen gegenüber minderjährigen Kindern werden abgezogen.

bei Student

Wenn das Kind nicht mehr zu Hause lebt und/oder bereits verheiratet ist, kann zwar unter Umständen noch Unterhaltspflicht bestehen, dann aber bei einem deutlich höheren Selbstbehalt von in der Regel mindestens 1.300 Euro.

Eigenes Einkommen, das Kindergeld und BAföG-Leistungen werden in voller Höhe angerechnet.

Bei volljährigen Studenten besteht der Unterhaltsanspruch für die für das Studienfach an der betreffenden Universität geltende Studiendauer.

Düsseldorfer Tabelle: Wechselmodell

Wenn das Kind regelmäßig zwischen beiden Elternteilen wechselt, sind grundsätzlich beide Elternteile barunterhaltspflichtig. Hier kann der Unterhaltsbedarf insgesamt ansteigen, weil der regelmäßige Wechsel mit Fahrtkosten etc. verbunden ist.

Der Unterhaltsanspruch beim Wechselmodell ergibt sich, in dem für jeden Elternteil das jeweilige bereinigte Monatsnettoentgelt kalkuliert und davon der Selbstbehalt abgezogen wird. Die so errechneten Beträge müssen zueinander ins Verhältnis gesetzt werden. Der Unterhaltsbedarf (einschließlich Mehrbedarf durch das Wechselmodell) wird dann im Verhältnis der bereinigten Nettoentgelte festgelegt.

Schließlich muss noch das Kindergeld berücksichtigt werden, dass ja nur eines der Elternteile bezieht.

Sonstige Fragen zur Düsseldorfer Tabelle

In der Praxis entzündet sich oft Streit an der Frage, ob bestimmte Kosten durch die Unterhaltspflicht abgedeckt sind. In der Regel ist dies der Fall – aber nicht immer.

Düsseldorfer Tabelle Schulgeld

Die Bedarfssätze in der Düsseldorfer Tabelle decken zwar den allgemeinen Lebensbedarf ab. Schulgeld etwa für eine Privatschule ist aber Mehrbedarf bzw. Sonderbedarf. Dieser kann zu einer zusätzlichen Forderung gegen der Unterhaltspflichtigen führen.

Düsseldorfer Tabelle: Schulbücher

Schulbücher und Schulmittel für den normalen Schulbesuch sind in den Unterhaltssätzen nach der Düsseldorfer Tabelle bereits enthalten.

Düsseldorfer Tabelle: Taschengeld

In den Bedarfssätzen der Düsseldorfer Tabelle sind die Kosten für Taschengeld bereits enthalten. Deshalb haben Unterhaltsberechtigte keinen zusätzlichen Taschengeldanspruch gegenüber dem Unterhaltspflichtigen mehr.

Düsseldorfer Tabelle: Fahrtkosten

Wenn der oder die Unterhaltspflichtige auch umgangsberechtigt ist, entstehen oft Fahrtkosten, weil das Kind zu diesem Elternteil reisen muss. Diese Fahrtkosten fallen unter die Umgangskosten und müssen von dem oder der Umgangsberechtigten getragen werden. Auf die Unterhaltsleistung dürfen sie nicht angerechnet werden.

Düsseldorfer Tabelle: Unterhalt neu festsetzen lassen („Unterhaltstitel anfechten“)

Eine vom Jugendamt beurkundete Unterhaltsvereinbarung stellt genau wie eine Entscheidung des Familiengerichts zur Unterhaltsregelung einen Titel dar, der dem unterhaltsberechtigten Kind einen Anspruch gegen den Unterhaltspflichtigen verschafft.

Der Elternteil, bei dem das Kind lebt, hat alle zwei Jahre Anspruch auf Auskunft über das Einkommen des Unterhaltsverpflichteten. Das Jugendamt fordert den Unterhaltsverpflichteten auf, die Daten zu aktualisieren.

Ein bestehender Unterhaltstitel lässt sich nicht „anfechten“, auch wenn diese Frage oft gestellt wird. Im Prinzip kann der unterhaltspflichtige Elternteil eine Abänderungsklage einreichen. Das ist allerdings nur dann möglich, wenn sich seine Einkommensverhältnisse oder sonstige wichtige Umstände geändert haben. Umstände aus der Zeit vor dem Titel werden nicht berücksichtigt.

Düsseldorfer Tabelle: Unterhaltsvorschuss

Wenn der barunterhaltspflichtige Elternteil keinen Unterhalt bezahlt, tritt der Staat in die Lücke und bezahlt einen Unterhaltsvorschuss. Dieser orientiert sich am Mindestunterhalt und beträgt für ein Kind von bis zu fünf Jahren 150 Euro im Monat, für ein Kind im Alter von 6 bis 11 Jahren 201 Euro monatlich und für ein Kind von 12 bis 17 Jahren 268 Euro.

Bei Kinder von 12 bis 17 Jahren wird Unterhaltsvorschuss nur dann bezahlt, wenn das Kind keine Leistungen nach SGB II bezieht (z. B. „Hartz IV“).

Unterhaltsvorschuss wird mittlerweile ohne zeitliche Begrenzung bezahlt.

Düsseldorfer Tabelle: Pfändung

Normalerweise gelten für die Einkommens- und Kontopfändung bestimmte Pfändungsfreigrenzen. Das ist anders, wenn ein Unterhaltsberechtigter oder das Jugendamt die Vollstreckung bzw. die Pfändung betreibt.

In diesem Fall ersetzt der unterhaltsrechtliche Selbstbehalt die sonst geltenden Pfändungsgrenzen. Das bedeutet: Die Unterhaltsgläubiger (also die Kinder) können in diesem Fall mehr Geld vom unterhaltsverpflichteten Vater oder Mutter verlangen, als dies nach der Pfändungstabelle üblich wäre. Dem Unterhaltsschuldner muss nur so viel bleiben, dass er seinen eigenen notwendigen Unterhalt gerade noch bestreiten kann (der Selbstbehalt).

Düsseldorfer Tabelle: Insolvenz

Privatinsolvenzverfahren, die nach dem 01. Juli 2014 eröffnet worden sind, führen zu keiner Restschuldbefreiung für Unterhaltsverbindlichkeiten, falls der Unterhalt vorsätzlich und pflichtwidrig nicht gezahlt worden ist.

Dies gilt allerdings nicht für Altfälle.

Wie lange Unterhalt zahlen?

Grundsätzlich besteht der Unterhaltsanspruch so lange, bis das Kind in der Lage ist, eigenes Einkommen zu bezahlen. Eigene Einkünfte des Kindes werden auf den Unterhalt angerechnet.

Während eines Studiums kann ein Teil der Einkünfte jedoch anrechnungsfrei sein. Ferienjobs bei Schülern werden ebenfalls nicht angerechnet. Und auch während einer Ausbildung besteht weiterhin Unterhaltspflicht.

Bricht ein volljähriges Kind die Ausbildung oder das Studium endgültig ab, endet der Unterhaltsanspruch. Das Gleiche gilt nach der zweiten Ausbildung oder bei einem Studienfachwechsel in einem höheren Semester. Eine Promotion muss ebenfalls nicht finanziert werden.

Änderungen zu alten Düsseldorfer Tabellen

Düsseldorfer Tabelle 2017: Änderung zum Vorjahr

Die Düsseldorfer Tabelle des Jahres 2017 beruht auf höheren Bedarfssätzen – so stieg der Satz für ein Kleinkind in der ersten Einkommensgruppe von 335 Euro auf 342 Euro, und für ein volljähriges Kind in der höchsten Einkommensgruppe von 826 Euro auf 844 Euro.

Gleichzeitig wurde das Kindergeld zum Jahreswechsel 2016/2017 um jeweils zwei Euro pro Kind erhöht, was sich ebenfalls auf die Zahlbeträge auswirkte. Dagegen blieben die Werte für den Selbstbehalt der Unterhaltspflichtigen gleich.

Düsseldorfer Tabelle 2016

 

Einkommens-gruppeNettoeinkommen

des Unterhalts-pflichtigen

AltersstufenProzent-
satz
Bedarfs-
kontroll-
satz
  0 – 5 Jahre6 – 11 Jahre12 -17 Jahreab 18 Jahren  
1.bis 1.500 €335384450516100 
2.1.501 bis 1.900 €3524044735421051.180 €
3.1.901 bis 2.300 €3694234955681101.280 €
4.2.301 bis 2.700 €3864425185941151.380 €
5.2.701 bis 3.100 €4024615406201201.480 €
6.3.101 bis 3.500 €4294925766611281.580 €
7.3.501 bis 3.900 €4565236127021361.680 €
8.3.901 bis 4.300 €4835536487441441.780 €
9.4.301 bis 4.700 €5105846847851521.880 €
10.4.701 bis 5.100 €5366157208261601.980 €
Ab 5.101 €einzelfallabhängige Festlegung

 

Düsseldorfer Tabelle ab August 2015

 

Einkommens-gruppeNettoeinkommen

des Unterhalts-pflichtigen

AltersstufenProzent-
satz
Bedarfs-
kontroll-
satz
  0 – 5 Jahre6 – 11 Jahre12 -17 Jahreab 18 Jahren  
1.bis 1.500 €328376440504100 
2.1.501 bis 1.900 €3453954625301051.180 €
3.1.901 bis 2.300 €3614144845551101.280 €
4.2.301 bis 2.700 €3784335065801151.380 €
5.2.701 bis 3.100 €3944525286051201.480 €
6.3.101 bis 3.500 €4204825646461281.580 €
7.3.501 bis 3.900 €4475125996861361.680 €
8.3.901 bis 4.300 €4735426347261441.780 €
9.4.301 bis 4.700 €4995726697671521.880 €
10.4.701 bis 5.100 €5256027048071601.980 €
Ab 5.101 €einzelfallabhängige Festlegung

Düsseldorfer Tabelle von Januar bis Juli 2015

 

Einkommens-gruppeNettoeinkommen

des Unterhalts-pflichtigen

AltersstufenProzent-
satz
Bedarfs-
kontroll-
satz
  0 – 5 Jahre6 – 11 Jahre12 -17 Jahreab 18 Jahren  
1.bis 1.500 €317364426488100 
2.1.501 bis 1.900 €3333834485131051.180 €
3.1.901 bis 2.300 €3494014695371101.280 €
4.2.301 bis 2.700 €3654194905621151.380 €
5.2.701 bis 3.100 €3814375125861201.480 €
6.3.101 bis 3.500 €4064665466251281.580 €
7.3.501 bis 3.900 €4324965806641361.680 €
8.3.901 bis 4.300 €4575256147031441.780 €
9.4.301 bis 4.700 €4825546487421521.880 €
10.4.701 bis 5.100 €5085836827811601.980 €
Ab 5.101 €einzelfallabhängige Festlegung

Düsseldorfer Tabelle 2017: Unterschiede zwischen den Bundesländern

Während die Düsseldorfer Tabelle bundesweit Verwendung findet, erarbeiten die Familiensenate der Oberlandesgerichte jeweils eigene Richtlinien, um Einkommen und Unterhaltspflichten einheitlich zu bestimmen. Nur in Bayern und Baden-Württemberg sowie beim OLG Zweibrücken gibt es eine übergreifende Leitlinie (die sogenannten Süddeutschen Leitlinien).

Auch die Leitlinien der Oberlandesgerichte haben keine Gesetzeskraft, werden von den betreffenden Familiengerichten jedoch in aller Regel verwendet. Sie werden jährlich aktualisiert.

Düsseldorfer Tabelle 2017 Baden-Württemberg

Zusätzlich zur Düsseldorfer Tabelle bestimmen die Oberlandesgerichte Stuttgart und Karlsruhe bei der Berechnung des Einkommens von Unterhaltspflichtigen anhand der sogenannten Süddeutschen Leitlinien (SüdL).

Düsseldorfer Tabelle 2017 Bayern

Auch die Oberlandesgerichte Bamberg, München und Nürnberg verwenden zusätzlich zur Düsseldorfer Tabelle die Süddeutschen Leitlinien (SüdL), um den Kindesunterhalt festzulegen.

Düsseldorfer Tabelle 2017 Berlin

Die Familiensenate des Kammergerichts Berlin haben eine eigene unterhaltsrechtliche Leitlinie.

Düsseldorfer Tabelle 2017 Brandenburg

Das Brandenburgische Oberlandesgericht setzt ebenfalls eine eigene Richtlinie zur Festlegung des unterhaltsrechtlich maßgebenden Einkommens ein.

Düsseldorfer Tabelle 2017 Bremen

Auch die Familiensenate des Hanseatischen Oberlandesgerichts in Bremen erarbeiten jeweils eigene Richtlinien für die unterhaltsrechtliche Einkommensbestimmung.

Düsseldorfer Tabelle 2017 Hamburg

Eine eigene Richtlinie gibt es auch am Hanseatischen Oberlandesgericht Hamburg.

Düsseldorfer Tabelle 2017 Hessen

Das Oberlandesgericht Frankfurt erarbeitet die Unterhaltsgrundsätze für die hessischen Familiengerichte.

Düsseldorfer Tabelle 2017 Mecklenburg-Vorpommern

Die Familiensenate des Oberlandesgerichts Rostock sowie die nachgeordneten Familiengerichte dieses Oberlandesgerichtsbezirks arbeiten ebenfalls mit einer eigenen unterhaltsrechtlichen Richtlinie.

Düsseldorfer Tabelle 2017 Niedersachsen

Jedes der drei niedersächsischen Oberlandesgerichte – Braunschweig, Celle und Oldenburg – bestimmt die unterhaltsrechtlichen Einkommensverhältnisse mit einer jeweils eigenen Richtlinie.

Düsseldorfer Tabelle 2017 Nordrhein-Westfalen

Auch die drei Oberlandesgerichte des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen, das OLG Düsseldorf, das OLG Hamm und das OLG Köln, arbeiten jeweils mit ihren eigenen Unterhaltsleitlinien.

Düsseldorfer Tabelle 2017 Rheinland-Pfalz

Das Pfälzische Oberlandesgericht Zweibrücken legt die Süddeutschen Leitlinien (SüdL) zugrunde, während das Oberlandesgericht Koblenz eigene unterhaltsrechtliche Leitlinien verwendet.

Düsseldorfer Tabelle 2017 Saarland

Das Saarländische Oberlandesgericht hat die Unterhaltsbestimmung in einer eigenen unterhaltsrechtlichen Leitlinie zusammengefasst.

Düsseldorfer Tabelle 2017 Sachsen

Die Unterhaltsleitlinien des Oberlandesgerichts Dresden vereinheitlichen die Unterhaltsregelungen der sächsischen Familiengerichte.

Düsseldorfer Tabelle 2017 Sachsen-Anhalt

In Thüringen kommen die unterhaltsrechtlichen Leitlinien des Oberlandesgerichts Naumburg zur Anwendung.

Düsseldorfer Tabelle 2017 Schleswig-Holstein

Die Familiensenate des Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgerichts Schleswig erarbeiten eigene Unterhaltsrichtlinien.

Düsseldorfer Tabelle 2017 Thüringen

Auch das Oberlandesgericht Thüringen mit Sitz in Jena legt eigene Unterhaltsrichtlinien vor.

Pflegebedürftige Eltern

Die Düsseldorfer Tabelle bezieht sich auf den Kindesunterhalt (genau genommen auf die Barunterhaltspflicht) und ist dem Familienrecht zuzuordnen. Doch selbst beim Thema Elternunterhalt spielt sie eine Rolle: Wenn die Unterhaltspflicht gegenüber pflegebedürftigen Eltern berechnet wird, kalkulieren die Familiengerichte in der Regel den abziehbaren Selbstbehalt nach Maßgabe der Düsseldorfer Tabelle, auch wenn deren Bedarfssätze in diesem Fall nicht gelten.

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